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Ätzende Säure über 40 Kilometer auf der A8 | BR24

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Auf der Salzburger Autobahn A8 hat am Montagabend ein Tankwagen ätzende Flüssigkeit verloren. Offenbar vom Fahrer unbemerkt ist Eisenchlorid ausgelaufen. Der Schaden war zunächst unklar - doch das Wasserwirtschaftsamt gibt Entwarnung.

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Ätzende Säure über 40 Kilometer auf der A8

Auf der Salzburger Autobahn A8 hat am Montagabend ein Tankwagen ätzende Flüssigkeit verloren. Offenbar vom Fahrer unbemerkt ist Eisenchlorid ausgelaufen. Der Schaden war zunächst unklar - doch das Wasserwirtschaftsamt gibt Entwarnung.

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Ein Sattelzug hat auf der Autobahn A8 Salzburg-München ätzende Säure verloren. Der Fahrer war am Montagabend in Fahrtrichtung München unterwegs und hatte davon zunächst gar nichts gemerkt. Wie viel Eisenchlorid genau über eine Strecke von gut 42 Kilometern ausgelaufen ist, wird nun ermittelt. Seit Dienstagmorgen gehen an der A8 die Reinigungsarbeiten weiter. Die Strecke wird erst nach und nach wieder freigegeben.

Vom Fahrer unbemerkt

Andere Autofahrer hatten die Polizei gegen 19.25 Uhr alarmiert: auf der A8 in Richtung München, zwischen Bernau und Irschenberg, verliere ein Sattelzug Flüssigkeit. Die Polizei stoppte den Tanklaster am Parkplatz Seehamer See. Der 58-jährige Kraftfahrer kam aus Österreich und hatte bei der Fahrt nicht bemerkt, dass er ätzendes Eisenchlorid verloren hatte – über eine Strecke von gut 42 Kilometern.

Giftiges Eisenchlorid auf über 42 Kilometern

Der Tankzug war mit gut 25.000 Kilogramm Eisen(III)-chlorid beladen. Der Stoff kann Haut, Augen und Atemwege schädigen und auch Metalle angreifen. Wie viel davon genau ausgelaufen ist, muss nun weiter ermittelt werden. Von der Feuerwehr und dem Gefahrguttrupp der Verkehrspolizei Rosenheim heißt es, dass eine "nicht unerhebliche" Menge aus einem Ventil der Druckleitung ausgetreten sei.

Gift sickert in Kanäle und Auffangbecken

Die ätzende Säure sickerte unter anderem auf dem Parkplatz Seehamer See in verschiedene Kanäle, sowie in ein Auffangbecken. Das Wasserwirtschaftsamt wurde hinzugezogen. Zahlreiche Einsatzkräfte der umliegenden Feuerwehren sowie Fachberater der Werksfeuerwehr Gendorf sind vor Ort. Der Parkplatz musste zudem komplett geräumt werden.

Wasserwirtschaftsamt gibt Entwarnung

Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim hat die Lage begutachtet und gibt Entwarnung. Eine Umweltgefährdung sei derzeit nicht erkennbar, so Leiter Paul Geisenhofer. Der Stoff sei zwar ätzend, aber nicht toxisch und falle unter die Gefährdungsklasse 1. Am Parkplatz Seehamer See floss Eisenchlorid in einen Sammelschacht. Von dort aus gelangte die Chemikalie in einen Wassergraben, der aber zu keinem Fischgewässer führe, so Geisenhofer. Die Flüssigkeit ist bereits aus dem Graben gepumpt worden, letzte Reste müssen noch entfernt werden.

Massive Verkehrsbehinderungen

Der rechte Fahrstreifen der Salzburger Autobahn A8 war auf einer Länge von circa 42 Kilometern bis in die Morgenstunden gesperrt. Der Sattelzug hatte auf der A8 von Bernau bis zum Irschenberg Eisen(III)-chlorid verloren und eine 30 Zentimeter breite rötlich-braune Spur hinterlassen. Seit Dienstagmorgen gehen die Reinigungsarbeiten weiter, so dass die Strecke nach und nach wieder freigegeben werden kann. Verletzt wurde laut Polizei bislang niemand. Gemeldet hat sich aber ein Geschädigter aus Sachsen, der mit seinem Sattelzug auf dem Parkplatz stand. Gegen den Fahrer des Tankzuges wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Hinweis: Der Artikel wurde um die Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes ergänzt.

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