BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Ärzte streiken in Erlangen - Operationen abgesagt | BR24

© BR

Aus ganz Deutschland streikten Ärztinnen und Ärzte in Hannover. Die Mediziner forderten unter anderem eine manipulationsfreie elektronische Zeiterfassung. Die Notfallversorgung und akute Operationen hat der Personalmangel nicht beeinflusst.

2
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Ärzte streiken in Erlangen - Operationen abgesagt

Etwa 100 Mediziner der Universitätsklinik Erlangen haben sich am Warnstreik der angestellten Klinikärzte beteiligt, zu dem der Marburger Bund aufgerufen hat. Operationen, die nicht unbedingt notwendig sind, wurden abgesagt.

2
Per Mail sharen

Am Morgen hatte sich ein Teil der Streikenden am Erlanger Bahnhof getroffen, um nach Hannover zu fahren. Dort fand am Mittag die zentrale Kundgebung mit einem Demonstrationszug statt. Je nach Abteilung fehlen in Erlangen 10 bis 15 Prozent der Belegschaft.

"Wir müssen planbare Operationen absagen. Die Notfallversorgung und die Versorgung von Patienten mit bösartigen Erkrankungen ist nicht gefährdet. Heinrich Iro, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Erlangen

Er verstehe, dass die Mediziner sich für optimale Arbeitsbedingungen einsetzen, sagte Iro. Er hoffe auf eine rasche Einigung im Tarifstreit, denn die Leidtragenden seien die Patienten. Heute startet die dritte Runde der Tarifverhandlungen der Mediziner mit den Ländern. Die Ärztinnen und Ärzte der Universitätskliniken beklagen vor allem die herrschenden Arbeitsbedingungen.

„Wir kämpfen für eine verlässliche Gestaltung der Arbeitszeit, eine manipulationsfreie Arbeitszeiterfassung sowie die Begrenzung der Bereitschaftsdienste auf vier und der durch Bereitschaftsdienst blockierten Wochenenden auf zwei im Monat.“ Andreas Botzlar, Vorsitzender Marburger Bund Bayern

Letztlich gehe es darum, Patienten bestmöglich zu versorgen, ohne die eigene Gesundheit zu gefährden, so Botzlar weiter. Außerdem fordern die Ärzte eine Erhöhung des Entgelts um sechs Prozent. Mediziner aus ganz Bayern nehmen an den Warnstreiks teil, vor allem aus den Universitätskliniken Erlangen, München und Regensburg. Am neu umgewandelten Uniklinikum Augsburg fallen die meisten Mediziner noch unter den Tarif der Kommunen und nicht der Länder, sodass dort kaum gestreikt werde, erklärt der Marburger Bund.