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Ärger um gestrichene Züge für München-Pendler aus Kaufering | BR24

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Bildrechte: BR / Florian Regensburger

Jemand wartet am Kauferinger Bahnsteig auf einen Zug nach München.

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    Ärger um gestrichene Züge für München-Pendler aus Kaufering

    Über die neue Ausbaustrecke München-Lindau-Zürich kommt man schnell von München in die Schweiz. Schön für Geschäftsreisende aus der Großstadt, aber nicht für Pendler aus dem Raum Landsberg. Denn durch die Fahrplanumstellungen müssen sie oft warten.

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    Von
    • Florian Regensburger

    Die Kauferinger Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel hat wegen weggefallener Verbindungen für München-Pendler eine Beschwerde an die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) gerichtet. Die Grünen-Politikerin kritisiert, dass seit der Fahrplanumstellung im Dezember zu den Stoßzeiten am späten Nachmittag mehrere für Pendler gewohnte Verbindungen fehlen.

    45 Minuten kein Zug zur Stoßzeit

    Halte in Pasing, Geltendorf und Kaufering sind teilweise weggefallen. Ab 16.20 Uhr fährt für 45 Minuten gar kein Zug mehr ab München nach Kaufering und weiter zum nächsten Kreuzungsbahnhof nach Buchloe. Vor der Fahrplanumstellung wurde auf der Strecke in der Regel ein Halbstundentakt mit zusätzlichen Taktverstärkern zu den Stoßzeiten gefahren.

    BEG nennt Verzögerungen bei der Ausschreibung als Grund

    Geplant war die Ausdünnung im Regionalverkehr so nicht: Grund für die Verschlechterungen sind laut BEG Verzögerungen im Vergabeverfahren an den neuen Streckenbetreiber "Go Ahead". Der übernimmt nun erst ein Jahr später, nämlich zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2021. Triebel wirft der BEG vor, bei der Ausschreibung geschlafen zu haben: "Ich erwarte von der BEG, dass sie ihre Verfahren frühzeitig und richtig ausschreibt. Sie muss natürlich mit Verzögerungen rechnen. Das heißt für mich, dass der Ausschreibungszeitpunkt im August 2018 viel zu spät war für eine Inbetriebnahme der Strecke 2020", sagte sie dem BR.

    Go Ahead hatte keine Zeit mehr, Züge zu beschaffen

    Die BEG entgegnet auf BR-Anfrage, dass bei der Ausschreibung die Fristen gewahrt wurden. Grund für die Verzögerungen war demnach "ein von einem unterlegenen Bieter angestrengtes Nachprüfungsverfahren. Dies führte dazu, dass der Zuschlag erst mit deutlicher Verzögerung erteilt werden konnte. In der Folge musste die Betriebsaufnahme um ein Jahr verschoben werden, weil der siegreiche Bieter "Go Ahead" aufgrund der Vorlauffristen bei den Schienenfahrzeugherstellern keine Möglichkeit mehr hatte, die erforderlichen Neufahrzeuge bis Ende 2020 zu beschaffen."

    Laut BEG keine Optionen für kurzfristige Taktverdichtungen

    Kurzfristige Abhilfe sei nicht möglich. Etwa der zuvor stark genutzte Zug um zehn vor fünf ab München Hauptbahnhof könne nicht wieder eingesetzt werden. Denn um diese Zeit fährt jetzt der Eurocity nach Zürich ab. Auch Gespräche mit der "DB Regio", die für ein Jahr für "Go Ahead" eingesprungen ist, haben demnach keine Optionen für kurzfristige Taktverdichtungen eröffnet.

    Pendler brauchen wohl Geduld bis Dezember

    Erst ab Dezember 2021 ist Besserung in Sicht: Dann wird zwischen München und Buchloe ein neuer Vorortzug im Halbstundentakt mit mehreren Zwischenhalten, auch in Kaufering, fahren. Bis dahin müssen viele München-Pendler aus dem Raum Landsberg, dem südlichen Landkreis Augsburg und dem Ostallgäu wohl noch Geduld haben.

    Ausbaustrecke ein Prestigeprojekt

    Die Bahn-Ausbaustrecke München-Lindau-Zürich ist ein Prestigeprojekt. Für hunderte Millionen Euro wurde sie in den letzten Jahren komplett elektrifiziert und für schnelle Züge mit Neigetechnik ausgebaut. Brücken wurden errichtet sowie in Lindau ein neuer Durchgangsbahnhof. Seit Dezember kommt man so in zwei Stunden von München nach Lindau, in vier Stunden nach Zürich.

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