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Ärger um Feuerwehr-Rechnung in Kollnburg | BR24

© BR/Renate Roßberger

In der Gemeinde Kollnburg (Lkr. Regen) im Bayerischen Wald gibt es Ärger um die Kosten für einen Feuerwehreinsatz. Ein Gemeinderat will deswegen sogar zurücktreten. Wie sieht es eigentlich aus mit den Kosten für Feuerwehr-Einsätze?

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Ärger um Feuerwehr-Rechnung in Kollnburg

In der Gemeinde Kollnburg (Lkr. Regen) im Bayerischen Wald gibt es Ärger um die Kosten für einen Feuerwehreinsatz. Ein Gemeinderat will deswegen sogar zurücktreten. Wie sieht es eigentlich aus mit den Kosten für Feuerwehr-Einsätze?

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Normalerweise ist jeder heilfroh, wenn die Feuerwehr gerufen wird und sie kommt und hilft. Was aber, wenn sie gar nicht explizit gerufen wird und sie kommt trotzdem? Wegen so eines Falles gibt es jetzt Ärger in Gotteszell im Landkreis Regen. Hier will ein Gemeinderat zurücktreten, weil er rund 700 Euro für einen Feuerwehreinsatz bezahlen soll. Die Feuerwehr wurde in diesem Fall von der Polizei bei einem leichten Unfall seines Sohnes geholt. Überflüssig, findet der Gemeinderat.

Eineinhalb Stunden Straßensperrung

Ein Freitagnachmittag im August 2018. Der 17-jährige Sohn von Josef Brunner - Lehrling mit Sonderfahrerlaubnis - baut einen Unfall. Sein Auto landet in einem Feld, er selber mit Platzwunde für eine Nacht im Krankenhaus. Ein privater Abschleppdienst holt das Unfallauto ab. Kostenpunkt 450 Euro, die Feuerwehr sperrt eineinhalb Stunden die Straße. Die Rechnung dafür kommt ein halbes Jahr später von der Gemeinde Kollnburg: 612,14 Euro nur für den Feuerwehreinsatz - das ist Josef Brunner zu viel:

"200 Euro wäre kein Thema gewesen. Aber die Größenordnung, dass da elf Mann ausrücken und zwei Löschfahrzeuge die dann wesentlich teurer sind. Notwendig war das in meinen Augen nicht." Josef Brunner, Gemeinderat Gotteszell

Feuerwehr widerspricht

Das sieht der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Kirchaitnach, Josef Stiglbauer, anders:

"Von der Leitstelle Straubing kriegen wir unseren Alarm: Verkehrsunfall, keine verletzten Personen, das steht vielleicht schon mit drauf aber mehr nicht. Wie viel Hilfe braucht man, ist die Unfallstelle übersichtlich oder unübersichtlich." Josef Stiglbauer , Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Kirchaitnach

In dem Fall war es in einer unübersichtlichen Kurve, auf der betroffenen Straße wird schnell gefahren. Löschfahrzeuge als Absperrung werden auch ernster genommen als ein einsamer Feuerwehrmann mit Kelle.

Klare Vorgaben

Abgerechnet werden die eingesetzten Feuerwehrleute und Fahrzeuge. Das müssen Gemeinden sogar, sagt Hermann Keilhofer , Kreisbrandrat im Landkreis Regen, sonst bekommen sie Ärger. Es gibt kaum mehr Gemeinden in Bayern, die nichts verlangen, sagt der Bayerische Gemeindetag, obwohl es streng genommen nur eine Kann-Bestimmung ist. Das gilt seit 1998 als Ersatz für die damals abgeschaffte Feuerschutzabgabe. Seitdem ist es eine Möglichkeit für Kommunen, sich die Kosten für Feuerwehrfahrzeuge, Ausrüstung, Lohnersatz zurückzuholen, wenn auch nur einen kleinen Teil. Denn Einsätze bei Bränden oder Unfällen mit Menschenrettung sind kostenfrei.

Versicherungen müssten zahlen

Bei Autofahrern übernimmt in der Regel die Versicherung die Rechnung für den Feuerwehreinsatz. Das hätte sie auch bei Josef Brunner, aber im Gegenzug dafür die Prämie saftig erhöht. Deshalb will er lieber selber zahlen - wenn auch nur zähneknirschend.