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Ärger über geplante Schließung von Bayerwald-Jugendherbergen | BR24

© Gemeinde Bayerisch Eisenstein

Die Jugendherberge Bayerisch Eisenstein

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    Ärger über geplante Schließung von Bayerwald-Jugendherbergen

    Für den Bürgermeister ist es ein "absoluter Tiefschlag": 2020 soll die Jugendherberge in Bayerisch Eisenstein geschlossen werden - trotz steigender Übernachtungszahlen. Die Gemeinde will sich das nicht gefallen lassen.

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    Die Gemeinde Bayerisch Eisenstein und der Landkreis Regen wollen sich gegen die für 2020 geplante Schließung der Jugendherberge in Bayerisch Eisenstein wehren. Wie der Bürgermeister der Gemeinde Charly Bauer dem Bayerischen Rundfunk sagte, sei eine Schließung des Hauses ein "absoluter Tiefschlag".

    Übernachtungszahlen steigend

    Das Bayerische Jugendherbergswerk honoriere nicht, dass man sich intensiv für eine Steigerung der Übernachtungszahlen einsetze. Die Übernachtungen sind in den letzten Jahren von 11.000 auf 17.000 gestiegen, so der Bürgermeister, unter anderem deshalb weil Gemeinde und ArberlandRegio GmbH dem Jugendreise-Netzwerk beigetreten sind. Man wolle auch einen Vertrag mit dem Deutschen Schützenbund schließen, um junge Biathleten als Gäste zu gewinnen, die im Landesleistungszentrum am Großen Arbersee trainieren.

    Wird der ländliche Raum vergessen?

    Charly Bauer wirft dem Jugendherbergswerk vor, jahrelang zu wenig in das Gebäude investiert zu haben. Die letzte Sanierung war 1980, seitdem sei nichts mehr passiert. Bürgemeister Bauer befürchtet deswegen, dass der ländliche Raum nach hinten geschoben wird.

    Krisentreffen mit Bayerischem Jugendherbergswerk

    Die Jugendherbergen am Kleinen Arber und in Zwiesel seien schon vor Jahren geschlossen worden. Zugemacht werden soll 2020 auch die Jugendherberge in Haidmühle im Unteren Bayerischen Wald. Auch der dortige Landkreis Freyung-Grafenau will sich dagegen wehren. Über die geplanten Schließungen soll am 13. Dezember entschieden werden. Jetzt will sich die Region um ein Krisentreffen mit dem Jugendherbergswerk bemühen, bei dem auch Vertreter des bayerischen Wirtschaftsministeriums dabei sein sollen.

    © Deutsches Jugendherbergswerk Landesverband Bayern e.V.

    Die Jugendherberge bei schönem Wetter

    Häuser angeblich unwirtschaftlich

    Der Vorstand des Landesverbands Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk, Winfried Nesensohn, weist den Vorwurf zurück, der ländliche Raum werde bei den Jugendherbergen benachteiligt. Die Entscheidung, die Jugendherbergen in Bayerisch Eisenstein und Haidmühle zu schließen, habe man sich nicht leicht gemacht. In den letzten Jahren habe man mit Marketingmaßnahmen versucht, die Übernachtungszahlen zu steigern, aber es sei kein Durchbruch geglückt.

    Auslastung zu niedrig?

    Die momentan vier Jugendherbergen im Bayerischen Wald Bayerisch Eisenstein, Haidmühle, Saldenburg und Waldhäuser liegen alle bei der Auslastung unter 30 Prozent, so Nesensohn. Sie schreiben also rote Zahlen. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, brauche man mindestens 40 Prozent, was nicht zu erreichen sei. Deshalb habe man sich entschieden, 2020 zwei der vier Jugendherbergen zu schließen. In Saldenburg werde man dagegen nächstes Jahr über eine Million Euro investieren. In Waldhäuser sei das Haus schon in einem guten Zustand. Für Gespräche mit der Region ist Nesensohn offen. Aber eine Generalsanierung der Jugendherberge Bayerisch Eisenstein sei nicht möglich. "Das investierte Geld bekommen wir nicht mehr herein, auch weil man die Übernachtungspreise in dieser Region nicht erhöhen kann."

    Große Konkurrenz

    Die Jugendherbergen stünden dort in Preis-Konkurrenz zu günstigen Pensionszimmern und Ferienwohnungen. Den Vorwurf des Eisensteiner Bürgermeisters, Städte wie München würden bevorzugt, wies Nesensohn ebenfalls zurück. Es sei zwar richtig, dass in die Münchner Jugendherberge 31 Millionen Euro für eine Generalsanierung investiert werden sollen. Aber das Haus stamme aus dem Jahr 1926 und müsse dringend modernisiert werden. Außerdem investiere man 2020 auch in der Oberpfalz: in die Jugendherberge Furth im Wald fließen rund 4 Millionen Euro für eine Generalsanierung.