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Gegner der Corona-Maßnahmen zogen am Abend durch Aschaffenburg. Die Demonstration war nicht angekündigt. Aschaffenburgs OB Herzing ist empört.

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Ärger in Aschaffenburg: Flashmob-Demo gegen Corona-Maßnahmen

In Aschaffenburg haben sich am Mittwochabend rund 100 Menschen unangemeldet versammelt. Mit lauter Musik, Totenkopfmasken und Fahnen zogen die Gegner der Corona-Maßnahmen durch die Aschaffenburger Fußgängerzone. OB Herzing ist empört.

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Von
  • Barbara Ecke

Der Aufmarsch der schwarz gekleideten Demonstranten begann um 21 Uhr. Eine Stunde lang zogen die rund 100 Menschen durch die Aschaffenburger Innenstadt – mit Totenkopfmasken, Fackeln und lauter Musik. Auf Fahnen waren Slogans zu lesen wie "Wir wollen öffnen!" oder "Wir wollen frei sein!" Gegen 22 Uhr war die Demonstration vorbei.

Herzing: "Aufzug erinnert an düstere Zeiten"

Am Donnerstagvormittag reagierte Aschaffenburgs Oberbürgermeister Jürgen Herzing (SPD) auf den unangemeldete Veranstaltung. In einer Pressemitteilung bittet er die Bürgerinnen und Bürger, bei allem Verständnis für die Existenznöte und Perspektivlosigkeit, um Augenmaß bei der Meinungsäußerung zur Corona-Politik in Deutschland. Bei der nicht angemeldeten Demo seien Kontaktverbot und das Versammlungsrecht missachtet worden, kommentierte Herzing empört:

"Das hohe Gut der Versammlungsfreiheit wurde mit Füßen getreten. Der martialische Aufzug mit düsterer Musik und dunkel gekleideten Personen durch die Innenstadt erinnert an düstere Zeiten, die wir nicht wiederhaben wollen." Jürgen Herzing, Oberbürgermeister von Aschaffenburg

Herzing wies darauf hin daran, dass zurzeit auf der Intensivstation im Klinikum Aschaffenburg-Alzenau Mitarbeiter um das Leben von Corona-Erkrankten kämpfen. Allein in der Stadt Aschaffenburg seien schon 101 Menschen an dem Virus gestorben. Auch vor diesem Hintergrund sei diese Demo mit Anspielung auf Trauer und Tod nicht angebracht.

Autokorso sorgte für Ärger

Erst am vergangenen Sonntag (11.04.) hatte ein Autokorso von Gegnern der Corona-Maßnahmen in der Aschaffenburger Innenstadt für Ärger bei Anwohnern gesorgt. Laut Polizei waren ab 14 Uhr rund 400 Fahrzeuge hupend und im Schritt-Tempo durch die Innenstadt gefahren und hatten massiv den Verkehr behindert. Diese Demo war mit 150 Fahrzeugen angemeldet worden von der Initiative "Wir stehen auf".

Stadtrat wird sich mit Demonstrationen beschäftigen

Die Demonstrationen werden am kommenden Montag (19.04.) auch Thema im Stadtrat sein. Wie Oberbürgermeister Herzing auf BR-Anfrage mitteilte, berät die Stadt aktuell darüber, die Teilnehmerzahlen bei diesen Demos künftig zu begrenzen. Möglich sei auch, die Demos nur noch dort zu erlauben, wo möglichst wenige Menschen durch Lärm gestört werden, und der Verkehr weniger beeinträchtigt wird, so Herzing.

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