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Ärger im Augsburger Affenhaus | BR24

© BR/Thomas Pösl

Das Gehege der der Schimpansen im Augsburger Zoo muss dringend umgebaut werden. Dafür fehlt allerdings das Geld.

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    Ärger im Augsburger Affenhaus

    Die Corona-Krise macht auch vor den Tieren im Augsburger Zoo nicht halt. Weil in diesem Jahr viele Einnahmen fehlen, steht auch der Umbau des Affenhauses auf der Kippe. Nun hofft man auf eine Finanzspritze der Stadt.

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    Coco, Akemo und Niki heißen die drei Schimpansen im Augsburger Zoo. Ihr Gehege ist zu klein, es entspricht nicht den Anforderungen des Tierschutzes. Nach einer Vorgabe des Veterinäramts der Stadt Augsburg, das für die Zootiere zuständig ist, muss die Anlage umgebaut werden. Das Amt setzt damit eine Vorgabe des Bundeslandwirtschaftsministeriums um.

    Schimpanse brauchen mehr Platz

    Aktuell gibt es im Augsburger Zoo einen Innenbereich mit Spielzeug für die Affen. Dort sind sie geschützt vor Wind und Wetter. Draußen im Freigehege gibt es für die Menschenaffen fünf Kletterbäume. Für die drei Schimpansen müsste das 84 Quadratmeter große Gehege laut dem Gutachten aber mehr als doppelt so groß sein. Es entspricht nicht mehr aktuellen Standards, sagt auch Zoodirektorin Barbara Jantschke, denn auch die gläsernen Trennwände zu den Besuchern sind nicht gut für die Tiere. “Das ist wie in einem Aquarium. Wenn es heiß wird, heizt sich das natürlich innen unglaublich auf. Es gibt keinen Luftzug, und dann gehen auch die Tiere ungern raus", erklärt Jantschke.

    Fehlende Einnahmen durch Lockdown und Beschränkungen

    Fast 800.000 Euro würde der Umbau für ein zeitgemäßes Affengehege kosten. Im Februar war die Finanzierung auch noch gesichert - doch dann kam Corona. Erst mit dem Lockdown und später mit Beschränkungen der Besucherzahlen. Es fehlen Einnahmen. Mit 200.000 Besuchern weniger rechnet Barbara Jantschke in diesem Jahr.

    Anderes Zoos haben kein Interesse an Augsburger Schimpansen

    Der Zoo steht jetzt vor einem Dilemma: Entweder baut man das Schimpansengehege um und riskiert eine Zahlungsunfähigkeit. Oder das Gehege bleibt, wie es ist. In diesem Fall müssten aber die Schimpansen abgegeben werden. Das hat Barbara Jantschke schon versucht, allerdings ohne Erfolg. Die Affen sind für andere Zoos für die Zucht nicht geeignet, denn Coco hat kein Interesse an Artgenossen, Niki ist viel zu alt und Akemo kastriert.

    Hilft auch die Stadt Augsburg?

    Eine erste gute Nachricht gibt es aber: Der Zoo-Förderverein hat eine Viertelmillion Euro Hilfe zugesagt. Jetzt hofft der Zoo noch auf eine Finanzspritze durch die Stadt Augsburg in Höhe von 500.000 Euro. Die ist noch nicht endgültig beschlossen, doch Barbara Jantschke hofft auf finanziellen Spielraum der Stadt. Ein zweiter Lockdown könnte allerdings allerdings den Plan eines artgerechten Geheges für die drei Augsburger Schimpansen zunichtemachen.

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