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Ärger im Allgäu: Anwohner verbarrikadieren Hüttenberg | BR24

© Benjamin Liss

Totes Holz statt Allgäu-Panorama: Mit dieser Barrikade wehren sich die Anwohner am Hüttenberg gegen Parkplatzpartys.

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    Ärger im Allgäu: Anwohner verbarrikadieren Hüttenberg

    Lärmende Parkplatzpartys, zurückgelassener Müll und ungebetene Übernachtungsgäste: Jahrelang reagierte niemand auf die Beschwerden der Anwohner am Hüttenberg bei Sonthofen. Jetzt helfen sie sich selbst – und der Natur, falls der Plan aufgeht.

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    Der Aussichtspunkt Hüttenberg bei Sonthofen bietet einen weitläufigen Panoramablick, dem Betrachter erstreckt sich das Städtchen an der Iller vor dem Hintergrund die Allgäuer Alpen. Eigentlich. Denn wer dort aktuell den Blick schweifen lässt, der sieht – totes Holz. Und davon eine ganze Menge. Anwohner haben die Aussicht verbarrikadiert, denn seit 20 Jahren reagiert niemand auf ihre Beschwerden über den Parkplatz.

    Hüttenberg: Krach und Dreck stören Panoramablick

    Denn der hat sich in dieser Zeit vom fotogenen Panorama-Hotspot zu einem echten Ärgernis entwickelt: Junge Leute würden dort regelmäßig für jede Menge Krach und Dreck sorgen, so Anwohner Edwin Leimgruber. Er wohnt zwanzig Meter vom Parkplatz entfernt und musste sich schon vieles gefallen lassen:

    "Da wird der Ghettoblaster aufgedreht und wer etwas dagegen sagt, wird angepöbelt. Am nächsten Tag durften meine Frau und ich dann den Dreck hinterherräumen." Anwohner.

    Laute Musik, zurückgelassener Müll oder unappetitliche Hinterlassenschaften von Übernachtungsgästen: Seit 20 Jahren kämpft Edwin Leimgruber gegen den Parkplatz. "Mir wurde immer erzählt, dass der Platz für den Tourismus so wertvoll sei", erklärt er, "doch von dort gibt es keinen Wanderweg oder ein Gasthaus."

    Mauer aus totem Holz gegen Parkplatzpartys

    Halteverbote oder Unterschriftenaktionen hätten nichts gebracht. Deshalb hat der Anwohner jetzt zu einer radikalen Maßnahme gegriffen, zumindest optisch: Eine Barrikade aus Totholz versperrt den Blick ins Tal. Dafür hat der Anlieger rund dreißig Pfähle errichtet und zwischen ihnen auf einer Länge von 25 Metern Baumschnitt aufgeschichtet, trockenes Totholz – nicht gerade hübsch, aber in der Dimension eindrucksvoll.

    Naturschutz ohne Genehmigung

    Genehmigt ist die Barrikade nicht, aber darum geht es Leimgruber auch nicht: Er will ein Zeichen setzen, Aufmerksamkeit erregen – und der Umwelt etwas zurückgeben. Wenn der Wall aus Holzschnitt nämlich bleibt, will er ihn bepflanzen, mit Buschwerk und Allgäuer Baumarten. Dort sollen sich Insekten ansiedeln. Das würde allerdings zwei Jahre dauern, gibt Leimgruber zu, falls die natürliche Barrikade überhaupt stehen bleiben darf. Bisher hat sich die Gemeinde noch nicht bei ihm gemeldet.