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Ängstlich und wundgelegen: Kinderärzte sehen Corona-Folgen | BR24

© MEV-Verlag

Kinderärztin schaut Jungem in den Rachen

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    Ängstlich und wundgelegen: Kinderärzte sehen Corona-Folgen

    Kinder mit zu wenig Bewegung, vermehrt Angstzustände und Jugendliche, die sich wundgelegen haben, weil sie das Bett nicht mehr verlassen - bei Kinderärzten werden zunehmend die Folgen der Corona-Einschränkungen sichtbar.

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    Es ist eine große Kinderarztpraxis im Münchner Süden. Drei Kinderärzte versorgen hier normalerweise über 100 Patienten am Tag. Jetzt sind es nur noch 25 Kinder, die mit ihren Eltern die Praxis täglich besuchen. Ohne telefonische Voranmeldung geht gar nichts. Am Telefon wird ausgesiebt. Patienten mit Corona-Symptomen werden in der Online-Sprechstunde versorgt.

    Arztpraxis im Krisenmodus

    Nur einzeln dürfen die Patienten die Praxis betreten. Hände desinfizieren und einen von der Praxis gestellten Mundschutz anlegen, dann werden sie sofort in eines der vielen Behandlungszimmer gebracht. Die Ärzte versuchen so, den Kontakt zwischen den Patienten zu vermeiden. "Wir machen nur noch die unbedingt notwendigen Vorsorgeuntersuchungen vor allem bei Babys und Kleinkindern", sagt Kinderärztin Bettina Lang.

    Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen sei es gelungen, die Praxis offen zu halten und die Versorgung unserer Patienten zu garantieren, sagt der Kinderarzt und Allergologe Prof. Walter Dorsch. Seit drei Wochen arbeiten die Ärzte im Krisenmodus und müssen sich mehr und mehr mit den Folgen der Ausgangsbeschränkungen für die Kinder beschäftigen.

    Wundgelegene Jugendliche und ängstliche Kinder

    "Vom Jugendlichen, der sich wundgelegen hat, weil er nicht mehr aus dem Bett kommt, bis zu Kindern die vermehrt an Angstzuständen leiden, sehen wir, je länger die Maßnahmen dauern, mehr Probleme", sagt Kinder- und Jugendarzt Dr. Ludwig Schmid.

    Vielen Kindern fehlt Bewegung

    Vor allem der Bewegungsmangel macht vielen Kindern zu schaffen, berichten die Ärzte, deswegen geben Sie auf Ihrer Homepage Tipps, wie der Alltag mit Kindern in der Corona Krise zu bewältigen ist. Vom strukturierten Tagesablauf bis zu Vorschlägen, wie die Kinder ausreichend Bewegung bekommen können, reicht die Liste der Vorschläge, die ständig erweitert wird.

    Außerdem kann der Kontakt zu den Ärzten mit der Praxis-App gehalten werden, die vom Verband der Kinder- und Jugendärzte angeboten wird.

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