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Äbtissin schafft das "Wunder von Waldsassen" | BR24

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Äbtissin Laetitia Fech aus Waldsassen in der Oberpfalz hat in ihrer Amtszeit das Kloster sanieren lassen. Die erste Sanierung seit der Barockzeit - manche sprechen vom "Wunder von Waldsassen".

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Äbtissin schafft das "Wunder von Waldsassen"

Äbtissin Laetitia Fech aus Waldsassen in der Oberpfalz hat scheinbar "nicht Machbares" gestemmt: In ihrer Amtszeit ist das Kloster saniert worden. Die erste Sanierung seit der Barockzeit - manche sprechen vom "Wunder von Waldsassen".

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25 Jahre sind eine lange Zeit, in der viel passieren kann, wenn man es anpackt. In diesem Fall hat eine Frau angepackt und etwas scheinbar "Unmögliches" gestemmt: eine 49 Millionen Euro teure Sanierung. Für diese Summe ist das Kloster der Zisterzienserinnen in Waldsassen im Kreis Tirschenreuth in der Amtszeit von Äbtissin Laetitia Fech saniert worden - die erste Sanierung seit der Barockzeit.

Äbtissin dankbar für das "Wunder von Waldsassen"

Manche sprechen sogar vom "Wunder von Waldsassen". Die Äbtissin ist allerdings nicht stolz darauf, sondern eher dankbar. Seit 25 Jahren hat sie das Amt der Äbtissin der Zisterzienserinnen Abtei im Kloster Waldsassen inne - damals war sie mit 38 Jahren die jüngste Äbtissin der Zisterzienser weltweit.

Als sie Äbtissin in Waldsassen wird, ist das Kloster marode und steht vor dem Ruin. Sie nimmt die Aufgabe an und schafft das scheinbar "nicht Machbare": Das Kloster wird Stück für Stück für 49 Millionen Euro saniert.

"Ich hätte mir das niemals zugetraut, aber ich bin so erzogen worden, wenn man sich für was entscheidet, dann macht man das ganz oder gar nicht und dann beißt man sich halt durch." Äbtissin Laetitia Fech

Entwaffnend ehrlich, bodenständig und verschmitzt, so wirkt Laetitia Fech im Gespräch, so ist sie ihre Aufgaben angegangen - mit einem gewissen Dickschädel, wie sie selbst erzählt.

© BR/Anne Axmann

Der Kloster-Kirchturm

© BR/Anne Axmann

Blick in den Kloster-Innenhof

© BR/Anne Axmann

Das moderne Kloster-Gebäude in Waldsassen

Managerseminare und Straußenfarm im Kloster

In der Abtei arbeiten die Schwestern als Team an der Sache und das höchst erfolgreich. Mittlerweile gibt es Managerseminare, eine Umweltbildungsstätte, das Gästehaus, einen Klosterladen und eine Straußenfarm. Die Schwestern unterrichten in der Mädchenrealschule. Die Abtei präsentiert sich modern und weltoffen.

"Das kostbarste Gut, das wir hier haben, ist die Stille, die es eigentlich nirgends mehr gibt. Die wird sehr gern angenommen. Aber es kann schon sein, dass es um mich herum still ist, aber ich in mir keine Stille habe. Davon kann ich ein Liedchen singen, wenn man sich täglich drum bemüht in die Stille zu kommen und einem das Ego und der Verstand dann an der Nase herumführt." Äbtissin Laetitia Fech

Der Arbeitstags hier ist klar strukturiert - fünfmal am Tag wird gebetet. Das Leben in der Abtei ist ein ganz Eigenes: Die Schwestern leben "von ihrer Hände Arbeit" wie Laetitia Fech es nennt, sie haben keinen Besitz, stellen ihr Leben in den Dienst der Abtei und leben nicht von der Kirchensteuer.

Äbtissin versucht, im Augenblick zu leben

Laetitia Fech, mit bürgerlichen Namen Agathe, ist eine zierliche Person, mit sehr wachen, leuchtenden und gütigen Augen. In ihrer Nähe spürt man Demut und Achtsamkeit, mit der sie dem Leben begegnet.

"Mir wir immer mehr klar, die Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft haben wir noch nicht, das Einzige, was wir haben, ist das Jetzt, im Augenblick zu leben, diese Kostbarkeit." Äbtissin Laetitia Fech

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