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ADFC gegen breitere Trambahnen in München | BR24

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Trambahn in München

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    ADFC gegen breitere Trambahnen in München

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club läuft Sturm gegen Pläne der Stadt München für breitere Trambahnen. Der ADFC sieht die Radler im Nachteil und fordert andere Lösungen für einen effektiveren ÖPNV.

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    Von
    • Christoph Müller

    Wer bekommt wie viel Platz auf den Verkehrswegen in München? Am Mittwoch will sich der Münchner Stadtrat dazu äußern. Ein Punkt unter anderem: breitere Trams, die zum Beispiel den Fahrgastwechsel beschleunigen sollen. Dagegen läuft der ADFC München jetzt Sturm.

    ADFC befürchtet "Schmalspurradwege"

    "Schmalspurradwege infolge extrabreiter Trams benachteiligen Radfahrende massiv", sagte der Vorsitzende des ADFC München, Andreas Schön, am Montag. In einer Beschlussvorlage, über die der zuständige Ausschuss des Stadtrats am Mittwoch entscheiden will, heißt es: "Ziel ist ein zukunftsfähiges Maß von langfristig 2,65 Metern Breite für die Münchner Trambahn." Innerhalb von 20 bis 30 Jahren soll die bestehende Flotte komplett ausgetauscht werden, damit die Stadt das "stark wachsende Fahrgastaufkommen" bewältigen kann.

    ADFC will längere statt breitere Trams

    Der Fahrrad-Club nennt das "eine grundsätzliche Weichenstellung, die den Radverkehr in Zukunft erheblich treffen würde". Derzeit sind die Trambahnen 2,30 Meter breit. Die zusätzlich benötigten 35 Zentimeter könnten zu Lasten der Radler gehen, fürchtet der ADFC. Er schlägt stattdessen doppelt so lange Trams vor. Die Stadt könne ihr Vorhaben auch ohne breitere Trams erreichen - etwa, indem bis zu doppelt so lange Trams (75 statt 37 Meter) eingesetzt und die Haltestellen entsprechend verlängert würden.

    Mobilitätsreferat: Auch andere Städte wollen die Verbreiterung

    "Wir sind ausgesprochen verärgert darüber, wie einseitig die erheblichen Auswirkungen breiterer Straßenbahnen dargestellt werden", sagte Schön. "Man hat den Eindruck, dass hier möglichst unauffällig ein neuer Standard durchgesetzt werden soll und die Tragweite dieser Entscheidung bewusst verschleiert wird." Das Mobilitätsreferat der Landeshauptstadt verweist dagegen auf positive Erfahrungen in anderen Städten. Aktuell würden beispielsweise schon die Tramnetze von Bremen, Dresden, Chemnitz und Rostock auf breitere Fahrzeuge umgebaut.

    Stadt: Verbreiterung hat mehrere Vorteile

    Die Stadt verbindet mit breiteren Waggons mehrere Vorteile: "Mit breiteren Fahrzeugen lassen sich Fahrgastwechselzeiten verkürzen, da der Fahrgastfluss innerhalb eines Zuges beschleunigt werden kann." Fahrgäste mit Gepäck, Kinderwagen, Rollstühlen und Gehhilfen könnten sich im Zug bequemer bewegen. Der Platz, den längere und breitere Trambahnen benötigen, sei verhältnismäßig gering. Die Münchner Stadtwerke und die Verkehrsbetriebe hätten das bereits "grob vorgeprüft". Weitere Untersuchungen seien aber nötig.

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