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ADAC: Weniger Krankenhäuser bedeuten mehr Luftrettungseinsätze | BR24

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Matthias Ruppert, der Leiter der ADAC-Luftrettung, warnt davor die Zahl der Krankenhäuser zu reduzieren. Das bedeute gleichzeitig ein höheres Transportaufkommen ensteht und längere Strecken in Kaufe genommen werden müssten.

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ADAC: Weniger Krankenhäuser bedeuten mehr Luftrettungseinsätze

Weniger Krankenhäuser, dafür eine verbesserte Versorgung in großen Kliniken – das schlägt eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung vor. Sollten auch in Bayern Krankenhäuser schließen, müsste die Luftrettung massiv ausgebaut werden, so der ADAC.

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In keinem Bundesland gibt es so viele Einsätze mit dem ADAC-Rettungshubschrauber wie in Bayern. Rund 12.500 waren es im vergangenen Jahr. Sollte, wie in der aktuellen Bertelsmann-Studie vorgeschlagen, die Zahl der Kliniken auch in Bayern deutlich reduziert werden, würde das deutlich mehr Luftrettungseinsätze nach sich ziehen.

Viele Notfall-Patienten müssten weiter geflogen werden

Dr. Matthias Ruppert, Leiter der Flugmedizin beim ADAC und selbst als Hubschrauber-Notarzt im Einsatz, erwartet in diesem Fall einen Mehrbedarf an Logistik und Transporten: "Schwerer verletzte oder erkrankte Patienten müssten zu einem höheren Anteil über weitere Strecken transportiert werden."

Dagegen glaubt er, dass die Zahl der Rettungsstationen ausreichen dürfte, da das Netz in Deutschland bereits sehr dicht ist. In Bayern befinden sich neun von bundesweit 36 Luftrettungsstationen des ADAC: in Ingolstadt, Murnau, München, Passau/Suben, Straubing, Augsburg, Dinkelsbühl, Ochsenfurt und Bayreuth.

Mehr Personal und mehr Ausrüstung wären notwendig

Rund 150 Mal bricht in Deutschland ein Hubschrauber der Organisation zu einem Notfallflug auf. In fast der Hälfte der Fälle handelt es sich um akute Herz- und Kreislauferkrankungen. Gerade in den strukturarmen ländlichen Regionen, wo es an Notärzten mangelt, ist die Luftrettung schon jetzt eine wesentliche Stütze. Würden noch deutlich mehr Krankenhäuser in Deutschland schließen, müssten auch die Rettungsorganisationen reagieren:

"Es wäre sinnvoll, die Vorhaltezeiten auch auf Abend- und Nachtstunden auszudehnen. In der Dunkelheit erhöht sich der Aufwand personell und in der technischen Ausstattung. Was man zusätzlich braucht, sind Nachtsichtbrilllen für die Piloten und wir favorisieren eine Vier-Mann-Crew anstatt wie bisher üblich eine Drei-Mann-Besatzung, um eine ausreichende Versorgungsqualität und Flugsicherheit sicherzustellen." Dr. Matthias Ruppert, Leiter der Flugmedizin beim ADAC

Luftrettung müsste massiv ausgebaut werden

Auch die Johanniter Luftrettung würde auf einen veränderten Bedarf an Rettungseinsätzen reagieren. Allerdings müsste vieles angepasst werden, sagt Geschäftsführer Günther Lohre. Er fordert für den Fall von Klinikzusammenlegungen, den Rettungsdienstbedarfsplan am Boden und in der Luft zu überarbeiten, neue Rettungswachen aufzubauen und auch über die in den Bundesländern unterschiedlichen Hilfsfristen nachzudenken.

Er geht davon aus, dass es Spezialhubschrauber geben wird, die für Klinikverlegungen "von Bett zu Bett" zuständig sind. Das wird zu längeren Transportwegen führen und macht mehr Hubschrauber nötig. Bisher hat die Johanniter Luftrettung noch keinen Standort in Bayern, aber häufig werden von Gießen aus Einsätze nach Bayern geflogen.

ADAC wie Johanniter zeigen sich zuversichtlich

Beide Organisationen würden die veränderten Bedingungen im Gesundheitssystem bewältigen. Dr. Matthias Ruppert vom ADAC glaubt: "Grundsätzlich werden wir keine anderen Patienten sehen. Eine wesentliche Herausforderung wird für die Leitstellen sein, die entsprechenden Rettungsmittel zu disponieren, welcher Patient welches Rettungsmittel für welche Transportstrecke benötigt." Und auch Günther Lohre von den Johannitern ist sich sicher: "Wir fliegen viel, aber es wird noch mehr werden."

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Mit einem Drittel weniger Kliniken käme Deutschland auch aus - das sei das dänische Modell, so BR-Gesundheitsexperte Nikolaus Nützel. Ein Flächenstaat wie Bayern hätte mit der Verringerung aber Probleme.