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"Mangelhaft" - mit diesem Ergebnis benotet der ADAC-Test 2020 das Fernbusterminal in Nürnberg. Damit landet der Nürnberger ZOB auf dem letzten Platz im aktuellen Fernbusterminal-Test.

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ADAC-Test: ZOB Nürnberg ist Schlusslicht bei Fernbusbahnhöfen

"Mangelhaft" – mit diesem Ergebnis benotet der ADAC-Test 2020 das Fernbusterminal in Nürnberg. Damit landet der Nürnberger ZOB auf dem letzten Platz im aktuellen Fernbusterminal-Test. Die Stadt Nürnberg verspricht Verbesserungen.

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Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in Nürnberg ist Testverlierer des aktuellen ADAC-Fernbusterminal-Tests. Wie der ADAC-Nordbayern mitteilt, schneiden besonders die Kriterien Ausstattung und Fahrgastinformation im Vergleich zu den anderen Fernbusbahnhöfen schlecht ab.

Fehlende Informationen und Fahrpläne für Reisende

Am ZOB in der Nürnberger Bahnhofstraße bemängelt der ADAC vor allem die fehlenden Informationen für die Reisenden. So seien dort zum Beispiel keine zentralen ÖPNV-Fahrpläne angebracht und es gäbe keine elektronischen Anzeigen mit aktuellen Verbindungen oder Verspätungen. Zudem fehle ein eigenes Internetangebot, mit Vorabinformationen für die Fahrgäste.

Fehlende Barrierefreiheit und Sicherheit

Weitere Kritikpunkte: die Ausstattung des ZOB sowie fehlende Sicherheitsmaßnahmen und Barrierefreiheit. So verweist der ADAC in seinem Test darauf, dass zum Beispiel Zebrastreifen zum sicheren Überqueren fehlten und nicht genügend Bordsteine abgesenkt seien. Für Menschen mit Sehbehinderungen gäbe es kein taktiles Leitsystem. Außerdem seien die Bahnsteige am ZOB nicht videoüberwacht und nicht überdacht erreichbar und es fehlten Schließfächer, um das Gepäck sicher aufzubewahren. Negativ bewertet wurde zudem vor allem die Sauberkeit der sanitären Anlagen.

Wenige positive Aspekte

Zu den Stärken des ZOB in Nürnberg gehörten ausreichend Park & Ride-Plätze, gut ausgehängte Umgebungspläne, ein zentraler Ticket- und Informationsschalter und die gute Anbindung an Schnellrestaurants und Einkaufsmöglichkeiten für den Reisebedarf.

Stadt Nürnberg verspricht Verbesserungen beim Busbahnhof

Die Stadt Nürnberg hat nach der Veröffentlichung des Tests nun versprochen, einen Teil der Mängel zu beheben. "Die Planungen dafür liefen auch schon vor dem ADAC-Test", erklärte SÖR-Sprecher André Winkel auf Anfrage des BR. Die Planungen seien schon fortgeschritten. In einem ersten Schritt sollen die Gehsteige abgesenkt werden. Die mangelnde Barrierefreiheit hatte auch der ADAC moniert. Das fehlende digitale Informationssystem, auf dem Fahrgäste Verspätungen oder den Status ihrer Busreise checken können, ist in den vergangenen Wochen schon installiert worden. Und der schlechte Zustand der Toiletten sei bekannt, die sollen in einem zweiten Schritt renoviert werden. Mit dem Ausbau der Barrierefreiheit könnte schon 2021 begonnen werden, selbstreinigende Toiletten könnten frühestens ein Jahr später installiert werden. Voraussetzung sei, dass der Stadtrat dem Projekt zustimme. Die Kosten schätzen die Verantwortlichen auf 700.000 Euro bis eine Million Euro.

Elf Terminals im Test

Im aktuellen Test des ADAC wurden elf Terminals in Deutschland genauer unter die Lupe genommen. Es war die zweite Untersuchung dieser Art. Die erste fand 2017 mit acht Terminals statt. Damals war Nürnberg noch nicht getestet worden. Sieger des ADAC-Tests 2020 wurde der Busbahnhof am Stuttgarter Flughafen. Neben Nürnberg und Stuttgart wurden noch die Fernbus-Terminals in Berlin Südkreuz, Dortmund, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Leipzig, Mannheim, München und Rostock untersucht.

Fünf Kategorien zur Bewertung

Für die Untersuchung hat der ADAC, wie schon 2017, das Ingenieur- und Planungsbüro LK Argus beauftragt. Fünf Bereiche wurden in dem Test besonders untersucht und mit Punkten bewertet: Ausstattung (Gewichtung 30 Prozent), Zugänglichkeit (20 Prozent), Sicherheit (20 Prozent), Information (20 Prozent) und Komfort (10 Prozent).

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