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Achtjährige Schülerin im Online-Unterricht sexuell belästigt | BR24

© pa/dpa/Ulrich Perrey

Ein Kind sitzt beim Homeschooling an einem PC (Symbolbild)

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    Achtjährige Schülerin im Online-Unterricht sexuell belästigt

    Eine achtjährige Schülerin einer Mainburger Schule wurde offenbar während des Online-Unterrichts belästigt. Jemand hatte sich in das Chat-Programm eingewählt. Die Kriminalpolizei Landshut ermittelt wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern.

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    Von
    • Kathrin Unverdorben
    • BR24 Redaktion

    In Mainburg im Kreis Kelheim wurde ein acht Jahre altes Mädchen während des Homeschoolings sexuell belästigt. Wie die Polizei berichtet, wurden der Schülerin Bilder eines nackten Mannes auf den Rechner gespielt. Die Kriminalpolizei Landshut ermittelt gegen Unbekannt.

    Lehrerin konnte nicht mehr eingreifen

    Laut Polizei hat sich ein Unbekannter Zugang zu der Open Source Plattform der Grundschulklasse verschafft. Er verschickte Nacktbilder an das Mädchen und meldete andere Schüler ohne ihr Zutun ab. Auch die Lehrerin sei aus dem Chat entfernt worden und habe auf das Geschehen nicht mehr einwirken können. Ermittelt wird wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Kindern.

    Online-Übergriffe auch in Abensberg

    Auch in Abensberg im Kreis Kelheim wurden kürzlich Vorfälle solcher Art bekannt: Dort gab es laut Polizei ebenfalls einen Übergriff auf den Chat einer ersten Grundschulklasse.

    Wie ein Elternteil eines Schülers der Mittelschule Abensberg dem BR berichtet, soll auch diese betroffen gewesen sein. Über 80 User haben sich in den Chat eingewählt, als die Schüler vergangene Woche "attackiert" wurden, heißt es. Es seien minutenlang Bilder mit Kasernen-Ruinen und dem Schriftzug "Hitlers Eliteschüler", Links von Pornoseiten, Videos mit knapp bekleideten Frauen, Beschallung und Gegröle zu hören und zu sehen gewesen. In einem dem BR zugespielten Video erkennt man Derartiges.

    © privat

    Foto des genutzten Homeschooling-Computers eines Mittelschülers aus Abensberg mit volksverhetzendem Kommentar

    Der Informant macht sich Sorgen und ist "entsetzt" über diesen Vorfall. Er meint, Kinderschutz gehe vor Datenschutz in diesem Fall und man solle an Schulen sichere Online-Plattformen benutzen. Nach einem Anruf bei der Mittelschule Abensberg sagte man ihm, dass die Schule sofort darauf reagiert habe und die Plattform mit einer Zugangsbeschränkung ausstatten ließ. Es soll sich um die Open Source Plattform "Jitsi-Meet" handeln.

    Auch die Grundschule Abensberg hat nach dem Vorfall Sicherheitsupdates installiert, wie die Polizei mitteilt.

    Polizei warnt und gibt Tipps

    Die Polizei warnt nach den Vorfällen im Landkreis Kelheim vor den Gefahren derartiger Plattformen und gibt auf ihrer Internetseite Tipps, wie man sich unter anderem mithilfe von Privatsphäre-Einstellungen schützen kann.

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