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Abschiebehäftlinge wegen Brandstiftung und Meuterei verurteilt | BR24

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Im Prozess gegen zwei Abschiebehäftlinge wegen schwerer Brandstiftung und versuchter Gefangenenmeuterei ist das Urteil gefallen. Der jüngere Angeklagte muss drei Jahre in Haft, sein Zellengenosse wegen Beihilfe ein Jahr und zehn Monate.

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Abschiebehäftlinge wegen Brandstiftung und Meuterei verurteilt

Im Prozess gegen zwei Abschiebehäftlinge wegen schwerer Brandstiftung und versuchter Gefangenenmeuterei ist das Urteil gefallen. Der jüngere Angeklagte muss drei Jahre in Haft, sein Zellengenosse wegen Beihilfe ein Jahr und zehn Monate.

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Wegen schwerer Brandstiftung in der Abschiebehaftanstalt Eichstätt hat das Landgericht Ingolstadt zwei Männer zu Haftstrafen verurteilt. Ein 25-Jähriger aus Aserbeidschan erhielt am Freitagnachmittag drei Jahre Freiheitsstrafe. Sein Zellen-Mitbewohner, ein 36-jähriger Familienvater aus Tschetschenien, muss ein Jahr und zehn Monate verbüßen - wegen Beihilfe.

Geständnis des Hauptakteurs

Der jüngere Hauptakteur hatte bereits frühzeitig gestanden, am vergangenen Heiligabend, 24.12.2018, in der Abschiebehaftanstalt Eichstätt ein Feuer gelegt zu haben. Dazu hatte er in der Nasszelle seiner Zelle einen Matratzen- und Papierberg angehäuft und entzündet. Sein Mithäftling stand bei der Aktion Schmiere. Beide wollten das durch die Rauchentwicklung ausgelöste Chaos nutzen, um zu fliehen. Dadurch gefährdeten sie die rund 90 Menschen in der Anstalt, darunter 82 Mithäftlinge.

Widersprüche in der Aussage des Zellengenossen

Anders als der geständige Haupttäter leugnete der zweite Mann lange seinen Tatbeitrag und verstrickte sich durch immer neue Tat-Varianten in Widersprüche. Doch ausführliches Film-Material aus dem Hafttrakt und Zeugenaussagen belegen das Geschehen in dieser unruhigen Weihnachtsnacht in der Abschiebeanstalt. Durch den Brand wurde die Zelle der beiden Männer vollkommen zerstört. Auch Überwachungskameras wurden demoliert. Der Sachschaden summiert sich auf über 50.000 Euro.

Staatsanwältin hatte fünf Jahre Haft gefordert

Die Staatsanwältin hatte für beide Männer jeweils über fünf Jahre Haft gefordert und auch auf eine Verurteilung wegen versuchter Gefangenenmeuterei plädiert, weil der Haupttäter viele Mithäftlinge über sein Vorhaben bereits Tage zuvor informiert hatte.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Die Verteidigung hatte für den Hauptakteur ein Jahr und sechs Monate gefordert und für seinen Helfer Freispruch. Während der Beihelfer das Urteil annimmt, überlegt sich der eigentliche Brandstifter noch, ob er Rechtsmittel einlegen soll. Die beiden Männer sitzen bereits seit der Tat vor acht Monaten in Untersuchungshaft. Dort bleiben sie auch, bis das Urteil rechtskräftig ist.