BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Corona: Absage des Challenge Roth sorgt für Millionenverlust | BR24

© BR

Der Langstreckentriathlon Challenge Roth ist die größte Sportveranstaltung in Bayern - mit rund 4000 Athleten, 7500 Helfern und über 250 000 Zuschauern entlang der Strecke. Doch durch die Corona-Pandemie wurde dieses Mega-Spektakel heuer abgesagt.

3
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Corona: Absage des Challenge Roth sorgt für Millionenverlust

Die Corona-bedingte Absage des legendären Langstreckentriathlon Challenge Roth bedeutet für den Landkreis Roth heuer einen wirtschaftlichen Verlust in Millionenhöhe. Wie wird es im nächsten Jahr weitergehen?

3
Per Mail sharen

In diesen Tagen ist kaum jemand auf dem Marktplatz von Roth zu sehen. Die trübe Stimmung ist so ganz anders als im Sommer, wenn sich der Ort in eine Triathlon-Hochburg verwandelt. Denn der Langstreckentriathlon Challenge Roth zieht normalerweise rund 4.000 Athleten, 7.500 Helfer und über 250.000 Zuschauern entlang der Strecke an. Zur Eröffnung des Mega-Sportevents feiern jedes Jahr mehrere Tausend Menschen ausgelassen auf dem Marktplatz und sie alle spülen viel Geld in die Kassen von Standbesitzern, Bäckereien, Restaurants und Hotels.

Challenge-Absage sorgt für hohe Verluste bei den Rother Wirten

Doch in diesem Jahr ist alles anders. Der Challenge Roth 2020 wurde abgesagt. Während Gastronom Alexander Storl über den Rother Marktplatz geht, zeigt er auf die beiden Standorte, an denen er sonst seine Bratwurstbuden während des Challenge aufgebaut und die Fans verköstigt hat. 5.000 "Brödla"“ gingen immer locker weg. Diese Einnahmen sind für ihn heuer ersatzlos ausgefallen.

Viele Wirte klagen über die Folgen der Corona-Pandemie, in der sie sich nur mühsam mit Kurzarbeit und Lieferservice über Wasser halten konnten. Auch die rund 4.000 Gästebetten im Landkreis Roth, die sonst während der Triathlonveranstaltung ausgebucht waren, sind weitgehend leer geblieben.

Triathleten des Challenge Roth wehmütig vermisst

Hotelmanagerin Michelle Lichter bedauert nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, dass sich die australischen Triathleten nicht wie sonst all die Jahre im Hotel Dormero einquartieren konnten. Sie erzählt wehmütig:

"Es war immer eine fast familiäre Atmosphäre, wenn die Australier während des Triathlons bei uns gewohnt haben." Michelle Lichter, Hotelmanagerin

Zimmer-Stornierungen von 90 Prozent

Inzwischen ist die Zimmerbelegung im Dormero in Roth auf zehn Prozent gesunken und Michelle Lichter berichtet von Tagen, an denen kein einziger Gast anreiste. Das liegt allerdings auch daran, dass keine Messen stattfinden, und dass die neuen innerdeutschen Reisebestimmungen zu weiteren Stornierungen geführt haben.

Landrat Herbert Eckstein sieht nicht nur den wirtschaftlichen Ausfall kritisch, sondern auch den Image-Schaden. Für ihn hat der Triathlon Challenge Roth eine internationale Werbewirkung, die Menschen aus dem In- und Ausland anzieht. Doch in diesem Jahr sind keine Bilder von glücklichen Triathleten und jubelnden Zuschauern um die Welt gegangen.

Einer Studie zufolge gibt jeder zweite Athlet während des Challenge Roth mehr als tausend Euro für Übernachtung, Essen, Einkäufe und Mobilität aus. Hinzu kommen über 250.000 Zuschauer, die an dem Wettkampfwochenende viel Geld für Essen, Trinken und Einkäufe auf der Triathlon-Messe ausgeben. Insgesamt wurde für den Landkreis ein wirtschaftlicher Nutzen von mehr als 16 Millionen Euro berechnet. Der fällt heuer aus, ebenso wie die Gewerbesteuer für die Kommunen.

Verschiedene Szenarien für den Challenge 2021

Auch für den Challenge-Veranstalter Felix Walchshöfer ist es ein schweres Jahr mit herben Verlusten. Sein Team ist in Kurzarbeit, die Geschäftszentrale zur Hälfte geschlossen. Er hofft, dass sie in diesem Jahr dank finanzieller Reserven ohne Entlassungen durch die Krise kommen. Doch wie wird es 2021 sein? Das Team Challenge arbeitet derzeit mit Unterstützung der Deutschen Triathlon Union, dem Deutschen Olympischen Sportbund und einer Agentur an einem Konzept für das nächste Jahr. Darin werden verschiedene Szenarien durchgespielt und besondere Vorkehrungen umrissen, wie die Großveranstaltung im nächsten Jahr sicher stattfinden könnte. Die größte Herausforderung ist die Nachverfolgung der Zuschauer, falls sie im Fall einer Corona-Infektion benachrichtigt werden müssten. Das wird in Roth und im ganzen Landkreis im nächsten Jahr eine ganz besondere Challenge sein.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!