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Absage der Skisaison wäre für Fichtelgebirge ein "Fiasko" | BR24

© picture alliance/David Ebener

Ein verspäteter Start oder gar ein Ausfall der Skisaison wäre für das Fichtelgebirge ein Fiasko, heißt es aus der zuständigen Tourismuszentrale.

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    Absage der Skisaison wäre für Fichtelgebirge ein "Fiasko"

    Der Plan von Ministerpräsident Markus Söder, die Skigebiete europaweit erst nach Weihnachten zu öffnen, stößt auch im Fichtelgebirge auf Kritik. Nicht nur Skischulen und Liftbetreiber würden im Falle einer Umsetzung des Plans stark leiden.

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    Von
    • Lasse Berger
    • BR24 Redaktion

    Für die Tourismus-Branche in der Region rund um den Ochsenkopf im Fichtelgebirge wäre ein coronabedingter Ausfall oder eine Verschiebung der Wintersportsaison ein "Fiasko". Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte wegen der Corona-Pandemie den Gedanken geäußert, die Skigebiete in ganz Europa erst nach Weihnachten zu öffnen. Eine solche Maßnahme würde aber nicht nur Liftbetreiber und Skischulen treffen, sagte der Geschäftsführer der Tourismus und Marketing GmbH Ochsenkopf, Andreas Munder, im Gespräch mit dem BR.

    45 Prozent des Jahresumsatzes im Fichtelgebirge in Gefahr

    Der gesamte Bereich um Restaurants, Hotels und Privatunterkünfte nehme bis zu 45 Prozent des Jahresumsatzes in den Wintermonaten ein, so Munder. Nach seiner Einschätzung könne der Betrieb in diesem Jahr am Ochsenkopf problemlos durchgeführt werden, da bereits seit Sommer die Hygienekonzepte überarbeitet worden seien.

    Ochsenkopf ist nicht Ischgl

    Munder unterstrich zudem, dass man die Region im Fichtelgebirge nicht mit den Corona-Vorfällen im österreichischen Ischgl zu Beginn des Jahres vergleichen könne, da in den oberfränkischen Skigebieten keine "Après-Ski-Kultur" herrsche. Im Fichtelgebirge läge der Fokus vielmehr auf dem sportlichen Erlebnis, so Munder. Das sehe man auch daran, dass eine der beiden Skischulen in dem Gebiet in diesem Jahr ausgebaut wurde und die Erweiterung nun erstmals genutzt werden könnte. Im Fichtelgebirge soll die Wintersport-Saison am 18. Dezember starten.

    Kritik an späterer Öffnung der Skigebiete

    Kritik an Söders Plänen gibt es auch aus vielen anderen bayerischen Tourismusregionen. Mit Entsetzen reagierten beispielsweise die Skilift-Betreiber im Bayerischen Wald. Politischen Widerstand gibt es von Freien Wählern und der FDP. "Wir sollten Dinge möglich machen, wo man Sicherheit schaffen kann", so auch der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß. Österreich drohte bereits mit Entschädigungen in Milliardenhöhe von der EU, falls die Skilifte tatsächlich über die Weihnachtsferien stillstehen sollen. Zuerst hatte Italiens Regierungschef Guiseppe Conte derlei Pläne geäußert. "Wenn wir Grenzen offen halten wollen, brauchen wir auch eine klare Übereinkunft, was das Skifahren betrifft. Ansonsten wird es eine schwierige Entwicklung", sagte Söder dazu am Dienstag in München.

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