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Seit Tagen muss in Teilen der Landkreise Weißenburg-Gunzenhausen, Roth und Ansbach Trinkwasser abgekocht werden. Und das wird auch vorerst so bleiben. Grund sind Verunreinigungen durch die letzten Überschwemmungen.

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Abkochanordnung wird mindestens eine Woche lang gelten

Die Überschwemmungen haben in Mittelfranken dafür gesorgt, dass in zahlreichen Haushalten das Wasser abgekocht werden muss. Durch die Überflutungen hat es Verunreinigungen gegeben. Über 600 Kilometer Wasserleitungen müssen gereinigt werden.

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Von
  • Ursula Schmidt
  • Julia Hofmann

Mindestens 150.000 Haushalte in den Landkreisen Roth, Weißenburg-Gunzenhausen und Ansbach sind betroffen – für sie gilt nun eine Abkochanordnung. Für den Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim wird dies empfohlen. Das heißt zum Kochen, Trinken und die Zubereitung von Babynahrung muss in über 20 Gemeinden und allen zugehörigen Ortsteilen das Wasser aus der Leitung abgekocht werden.

Escherichia-Coli-Bakterien

Grund sind unter anderem die sogenannten Escherichia-Coli-Bakterien. "E. Coli-Bakterien sind weit verbreitete Darmbakterien, die Durchfall und Übelkeit auslösen können. Es besteht aber kein Grund zur Panik. Die Abkochanordnung ist eine reine Vorsichtmaßnahme", erklärt Fabian Hähnlein, Sprecher des Landratsamts Ansbach.

Trinkwasser für vier Landkreise

Im Wasserwerk Wassermungenau im Rezatgrund im Landkreis Roth wird das Trinkwasser für vier Landkreise gewonnen. Das Areal gleicht noch immer einer Sumpflandschaft. Vor einer Woche donnerten hier die Wassermassen entlang. Normalerweise wird Regenwasser durch die Gesteinsschichten langsam natürlich gefiltert – im Brunnen kommt nahezu sauberes Wasser an.

Hohe Durchlässigkeit im Boden

Das war nach dem Hochwasser anders, wie Christof Lautner, der Werksleiter des Wasserwerks erklärt: "Da war der Fassungsbereich überschwommen, mit Wasser gesättigt und der Boden eben auch mit Wasser gesättigt und das hat dazu geführt, dass eine hohe Durchlässigkeit im Boden vorhanden war und dann ist das Oberflächenwasser relativ schnell ins Grundwasser gekommen und hat uns die Keime im Wasser beschert."

Drei unterschiedliche E-Coli-Keime entdeckt

Geflutete Kläranlagen, Gülle, Hundekot – all das kann für Fäkalkeime im Wasser sorgen. Zwei der vier Grundwasser-Brunnen sind durch die Überflutungen verunreinigt und nun vom Netz genommen worden. Drei E. Coli-Keime wurden bei einer Probenentnahme entdeckt, genau null seien nach der Grundwasserverordnung erlaubt, so Christof Lautner vom Wasserwerk Wassermungenau. "Deshalb mussten wir reagieren und haben die Maßnahmen in die Wege geleitet."

Über 600 Kilometer Wasserrohre

Es geht um mehr als 600 Kilometer Wasserrohre im Versorgungsnetz, an dem die beiden Brunnen bis vor kurzem noch hingen. Die Keime können sich also überall hin ausgebreitet haben. Nun wird so lange gechlort, bis das belastete Wasser ausgespült ist. Erst wenn das Gesundheitsamt Ansbach keine Keime mehr in den Proben aus den betroffenen Landkreisen findet, wird die Abkochanordnung aufgehoben. Das dauert mindestens eine Woche.

Hier muss das Wasser abgekocht werden

Grundsätzlich gilt das Abkochgebot auch für alle, die ihr Trinkwasser von der Reckenberg-Gruppe, der Gnotzheimer Gruppe, der Pfofelder Gruppe oder den Stadtwerken Gunzenhausen beziehen. Eine Übersicht über die Gemeinden, die von den jeweiligen Gruppen versorgt werden, findet sich unter diesen Links.

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