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Vor dem Bamberger Amtsgericht müssen sich drei ehemalige Schüler verantworten. Sie sollen im Mai 2020 die Abituraufgaben für Deutsch, Englisch und Latein aus einem Tresor eines Bamberger Gymnasiums gestohlen haben.

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Abi-Aufgaben gestohlen: Bewährungsstrafen für Ex-Schüler

Wegen gestohlener Abitur-Aufgaben haben drei ehemalige Schüler eines Bamberger Gymnasiums Bewährungsstrafen von zwei Jahren erhalten. "Am Anfang war es Abenteuerlust", sagte einer der Angeklagten.

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Von
  • BR24 Redaktion

Wegen gestohlener Abitur-Prüfungsaufgaben haben drei ehemalige Schüler des Bamberger Kaiser-Heinrich-Gymnasiums Bewährungsstrafen von zwei Jahren erhalten. Es sei eine geplante Tat mit "krimineller Energie" gewesen, sagte der Richter bei der Urteilsverkündung am Montag vor dem Amtsgericht Bamberg.

Schüler brachen Tresor auf

Zwei von ihnen waren nachts in das Büro des Direktors eingedrungen und hatten den Tresor aufgesägt. Dort entwendeten sie die Prüfungen der Fächer Deutsch, Englisch und Latein. Dafür bekamen die heute 19-Jährigen wegen Sachbeschädigung und Diebstahls eine Jugendstrafe von neun Monaten, ausgelegt auf zwei Jahre Bewährung.

Da der dritte Angeklagte das Gebäude vor dem Entwenden der Aufgaben verlassen hatte, erhielt dieser wegen Sachbeschädigung eine Jugendstrafe von sechs Monaten, ausgelegt auf zwei Jahre Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Schüler klauten Abituraufgaben aus "Abenteuerlust"

"Am Anfang war es Abenteuerlust", sagte einer der Angeklagten, der es dem Richter zufolge von seinen schulischen Leistungen her nicht nötig gehabt hätte, die Abituraufgaben zu stehlen. Demnach sei der Wunsch nach Anerkennung ein Grund für die Tat gewesen. Die zur Tatzeit 18-Jährigen seien sich der Folgen nicht bewusst gewesen. Rund 33.000 Prüflinge bekamen nach Angaben des Bayerischen Kultusministeriums anschließend Ersatzaufgaben gestellt.

Vor Gericht entschuldigten sie sich unter anderem bei den geschädigten Schülern, der Schule und dem Direktor. Die Staatsanwaltschaft hat für alle drei Angeklagte eine Jugendstrafe von einem Jahr gefordert, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung.

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