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Abitur-Ball und Corona: Geht das? | BR24

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Die Abiprüfungen sind vorbei, aber wohin für die Feier danach? In der Münchner Innenstadt trafen sich am Freitagabend hunderte Menschen, genossen das sommerliche Wetter und manche feierten das Ende ihrer Schulkarriere.

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Abitur-Ball und Corona: Geht das?

Das Abitur ist geschafft, ein Lebensabschnitt endet - und das will natürlich gefeiert werden. In diesem Jahr jedoch setzt Corona hinter alle Feste ein dickes Fragezeichen. Denn: Es gelten noch die Infektionsschutz-Regeln.

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Die große Freiheit ist zum Greifen nahe - denn in dieser Woche waren die letzten mündlichen Abschlussprüfungen. Für Bayerns Schülerinnen und Schüler ein guter Grund zum Feiern. Und da wird es auch mal ausgelassener, die Sorge vor Corona zur Nebensache.

Das Problem daran: Es gelten weiterhin Infektionsschutz-Regeln. Und eine davon lautet: Im öffentlichen Raum sind maximal Gruppen von zehn Personen erlaubt, Partys und Grillfeste im Freien sind verboten. Grund dafür ist laut bayerischem Innenministerium, dass im Falle einer Corona-Infektion nicht nachvollzogen werden kann, wer an der Feier teilgenommen hat. Außerdem führe fortschreitender Alkoholkonsum dazu, dass der Mindestabstand oft nicht mehr eingehalten wird.

Legale Lösungen für Abi-Feiern

Dass die Abiturienten heuer auf Abi-Streich, Abi-Party und Abi-Ball verzichten sollen, trifft die jungen Erwachsenen natürlich hart.

Am Mariengymnasium im schwäbischen Kaufbeuren haben sich die Abiturienten daher eine legale Alternative einfallen lassen: ein gemeinsames Picknick der Jahrgangsstufe mit genügend Abstand auf dem Schulhof, erzählt die 18-jährige Hannah Peitz. Sie habe sich mittlerweile damit abgefunden, dass die große Sause derzeit einfach nicht geht. Sie und ihre Schulfreunde treffen sich in Kleingruppen und haben den Abi-Ball eben in den Winter verschoben, damit die Schulzeit doch noch einen Abschluss findet.

Polizei muss immer wieder ausgeuferte Partys auflösen

Doch bei so manchem herrscht Uneinsichtigkeit. Im Allgäu etwa musste die Polizei zwei große Partys mit jeweils mehr als 150 Schülern auflösen. Und im oberbayerischen Moosburg sorgten Abiturienten für einen Großeinsatz mit Rettungshubschrauber, Wasserwacht und Feuerwehr: Denn sie feierten ihren Abschluss auf der Liegewiese des Aquaparks, doch einem Jugendlichen ging es plötzlich so schlecht, dass er mit dem Hubschrauber in eine Klinik gebracht werden musste. Daraufhin bereitete die Polizei der Party ein Ende.

Auch in München hat die Polizei in diesen Sommernächten viel zu tun. An der Isar müssen die Beamten ständig präsent sein. Allein diese Woche wurden sie schon zweimal zum Gärtnerplatz - einem weiteren Party-Hotspot - gerufen, nachdem sich Anwohner über den Lärm von Hunderten Feierwütigen beschwert hatten. Die Polizisten räumten den Platz und machten auf das noch immer geltende Verbot von Partys im öffentlichen Raum aufmerksam.

Polizei: Sensibilität für Corona fehlt inzwischen oft

Doch das wird für die Polizei immer schwieriger: Münchens Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins stellt nämlich fest, dass die jungen Leute zwar Verständnis haben, dass Anwohner gerne schlafen wollen - aber die Sensibilität für Corona fehle bei vielen inzwischen.

"Wenn Sie hingehen und sagen: 'Leute, da sitzen jetzt so viele so eng zusammen, das ist nicht gut für euch und auch nicht für uns als Gesellschaft, denkt an den Infektionsschutz!', dann schauen Sie zunehmend in Gesichter, die Ihnen sagen: 'Ist mir eigentlich egal, ich möchte hier nur mein Bier trinken." Marcus da Gloria Martins, Sprecher der Polizei München

Private Feiern mit 50 bis 100 Personen möglich

Die gute Nachricht: Hochzeits- und Geburtstagsfeiern in Gasthäusern sind wieder möglich - laut Gesundheitsministerium sogar ohne Mund-Nasen-Schutz und Abstandsregeln. Somit ist auch gemeinsames Tanzen erlaubt. Diese Lockerung gilt aber nur für private Feiern in geschlossener Gesellschaft mit einer Obergrenze von 50 Menschen drinnen und 100 draußen.

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Das Abi in der Tasche und dann an der Isar feiern - das Coronavirus ist dabei schnell vergessen. Münchens Polizeisprecher da Gloria Martins sagt, dass sich in der Stadt viele Abiturienten treffen.

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