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Abgesagte Christkindlmärkte: Schausteller erfinden sich neu | BR24

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Der Nürnberger Christkindlesmarkt - abgesagt. Wie so viele andere. Diese Absagen treffen vor allem Schausteller hart in der Krise. Eine Straubinger Schaustellerfamilie hat jetzt Konsequenzen gezogen und das Geschäft umstrukturiert.

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Abgesagte Christkindlmärkte: Schausteller erfinden sich neu

Viele Christkindlmärkte sind wegen des Coronavirus abgesagt worden. Die Absagen treffen vor allem Schausteller hart. Ein ganzes Jahr keine Einnahmen. Eine Schaustellerfamilie in Straubing sattelt jetzt in der Krise um und erfindet sich neu.

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Statt Schokofrüchte und gebrannter Mandeln verkauft Stephan Haimerl jetzt Salate, Smoothies und Suppen – alles Familienrezepte oder Rezepte von befreundeten Köchen. Der 34-Jährige ist eigentlich Schausteller, verkauft Süßwaren auf Volksfesten und Christkindlmärkten. Doch die wurden dieses Jahr alle abgesagt.

Letzte Ersparnisse zusammengekratzt

Stephan musste sich etwas einfallen lassen, er geht kreativ durch die Krise: Seit vier Wochen hat er eine eigene mobile Salatbar am Straubinger Stadtplatz – seine letzte Hoffnung: "Es waren sozusagen die letzten Ersparnisse, die man zusammengekratzt hat, dass man auf eigenen Füßen stehen bleiben kann. Jetzt hoffen wir, dass es alles hinhaut. Ansonsten muss man weiterdenken. Wir sind anpassungsfähig. Wenn zum Schluss die Selbstständigkeit nicht funktioniert, dann muss ich in die Arbeit gehen. Wir dürfen uns zu nichts zu schade sein in diesen Zeiten.“

Volksfest für "dahoam"

Stephan Haimerl war die ganze Pandemie über kreativ. Im August, der eigentlichen Gäubodenfestzeit in Straubing, brachte der Schausteller das "Volksfestfeeling für dahoam" mit Mandeln und Popcorn per Lieferservice zu den Leuten. Das Geschäft lief - aber eben nur zur Volksfestzeit.

Jetzt hat Haimerl mit der Salatbar ein zweites Standbein: "Momentan schaut es so aus, dass wir nicht wissen, wann wir Volksfeste wieder beschicken können. Ob es überhaupt nächstes Jahr wird? Das ist unser Problem, dass wir keinen Lichtblick sehen bei der Schaustellerbranche. Ich bin ganz froh, dass wir hier mit der Salatbar eine Alternative haben, auch einfach mal wieder arbeiten können."

Den Winter überbrücken

Salate und Suppen kommen bei den Kunden zur jetzigen, kalten Zeit auch besser an als Süßes. Der Alltag des Schaustellers hat sich verändert: Jetzt hat er eine geregelte Woche mit einem Acht-Stunden-Tag – auf Volksfesten steht er manchmal elf Tage am Stück im Süßwaren-Stand. "Das hat alles seine Vor- und Nachteile. Jetzt bin ich mehr bei meiner Tochter daheim, das ist auch was Schönes." Stephan Haimerl hofft, dass die Salatbar angenommen wird und er so den Winter überbrücken kann.

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