| BR24

 
 

Bild

Der Dom in Passau
© BR / Markus Konvalin
© BR / Markus Konvalin

Der Dom in Passau

Nach dem Feuer in der Kathedrale "Notre Dame" sollte auch im Passauer Dom in punkto Brandschutz noch einmal alles auf den Prüfstand gestellt werden. Das sagte Diözesanbaumeister Joachim Jarzombek im BR-Interview. Bis zum Notre-Dame-Unglück habe er ein gutes Gefühl beim Brandschutz für den Passauer Dom gehabt - jetzt sagt er: "Ich glaube, dass wir das alles noch einmal überdenken müssen." Vor allem müsse man mit den Feuerwehren über die Technik reden, die die Einsatzkräfte in solchen Fällen brauchen. Jarzombek dazu:

"Eine normale Drehleiter endet bei 25 Metern. Der Führungsturm im Passauer Dom hat etwa 50 Meter, die Führungskuppel geht auf 70 Meter hinauf. Da kommen Feuerwehr und Brandschutz an ihre Grenzen." Joachim Jarzombek, Diözesanbaumeister

Brandmelder sind im gesamten Dom montiert

Auch auf das Brandschutzkonzept, das seit den 1970er Jahren bestehe, müsse man wieder draufschauen. Insgesamt hat Jarzombek aber ein eher gutes Gefühl. Im gesamten Dom, auch in versteckten Winkeln des Dachstuhls, seien Brandmelder montiert und Feuerlöscher griffbereit. Die Anlage werde regelmäßig gewartet und getestet. In Baustellen würden mobile Brandmelder ausgelegt, die auch anschlagen, wenn gerade keine Arbeiten stattfinden, so Jarzombek.

Enge Gassen in Passau könnten zum Problem werden

Stadtbrandrat Andreas Dittlmann sieht im Falle einer Feuerkatastrophe wie Notre-Dame vor allem die engen Gassen der Passauer Altstadt als Problem. Zusätzlich könnten parkende Autos oder Tische vor Lokalen dann, wenn jede Minute zählt, eine schnelle Anfahrt der Feuerwehren ausbremsen. Insgesamt sei man aber auf einen Brand im Passauer Dom gut vorbereitet. Es gebe regelmäßige Begehungen und Übungen.

"Die nächste Übung findet im Oktober statt. Die hat jetzt natürlich eine ganz besondere Brisanz. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir nach Notre-Dame jetzt noch lange bitten müssen, solche Übungen abzuhalten." Andreas Dittlmann, Stadtbrandrat Passau

Der Passauer Dom hat eine bewegte Geschichte

Die Geschichte des Passauer Doms geht bis in das Jahr 720 zurück. Der Stadtbrand von 1662 hat die vier ersten Bauphasen des Doms zerstört. Erhalten blieb der spätgotische Ostteil, der zwischen 1407 und 1560 errichtet wurde. Er ist damit auch der älteste Bauteil der Kirche. Nach dem Brand entstand der heutige etwa 100 Meter lange barocke Bau.