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Abfangjäger im Miniformat: Drohnenprogramm an der Uni Würzburg | BR24

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Sie sind klein, können aber einen ganzen Flughafen lahmlegen: zivile Drohnen. Bislang werden sie abgeschossen - das zerstört aber Beweise. Forscher der Uni Würzburg haben deshalb ein völlig neuartiges Abwehrsystem entwickelt.

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Abfangjäger im Miniformat: Drohnenprogramm an der Uni Würzburg

Sie sind klein, günstig, können aber einen ganzen Flughafen lahmlegen: zivile Drohnen. Bislang werden sie abgeschossen – das zerstört allerdings Beweismaterial. Forscher der Uni Würzburg haben deshalb ein völlig neuartiges Abwehrsystem entwickelt.

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Für Flughäfen und Großveranstaltungen sind die unbemannten Mini-Flieger ein Riesenproblem. Denn sie stellen eine potentielle Gefahr dar. Mittlerweile haben auch immer mehr Strafanstalten mit Drohnen zu kämpfen: Sie werden für den Schmuggel von Smartphones, Drogen oder gar Waffen eingesetzt. Damit solche Vorhaben nur Versuche bleiben, haben Informatiker der Universität Würzburg drei Jahre lang an einem vollkommen neuartigen Abwehrsystem geforscht. Jetzt ist das Projekt beinahe fertig.

Bisher war Abschuss der Drohnen die Lösung

Unbekannte Drohnen werden bislang abgeschossen, um außer Gefecht gesetzt zu werden. Das Problem: Dabei geht eventuell wichtiges Beweismaterial für die Ermittler verloren. Bei dem neuen Abwehrsystem der Würzburger Wissenschaftler wird die potentiell gefährliche Drohne deshalb lediglich eingefangen und an einem exakt berechneten Punkt abgeworfen.

Drohnen werden mit Drohnen abgefangen

Konkret funktioniert das innovative System so: Zwei Drohnen sind so miteinander gekoppelt programmiert, dass sie parallel fliegen können. Zwischen ihnen wird ein vier auf vier Meter großes Netz befestigt. Mit diesem wird eine potentiell gefährliche Drohne gefangen.

Eine Herausforderung besteht vor allem darin, eine Kollision nach dem Einfangen der feindlichen Drohne zu vermeiden. Wobei "einfangen" nicht das richtige Wort sei, betonen die beiden Doktoranden Julian Rothe und Michael Strohmeier, die das Projekt leiten: "Das muss man sich eher vorstellen wie ein Fußballtor, also dass die Gefahr wie von einem Torwart abgefangen wird. Nicht andersrum, nicht wie fangen spielen."

Noch nicht einsatzfähig für den Ernstfall

Noch ist das System nicht einsatzfähig, aber Ziel ist es, dass die Drohnen innerhalb von zehn bis 15 Sekunden einsatzbereit sind und den Rest des Programms autonom ausführen. Rothe und Strohmeier leisten mit ihrem Prototyp einen Beitrag zu einem Verbundprojekt von verschiedenen Universitäten und Partnerfirmen, darunter die Technische Hochschule Brandenburg, das Bundeskriminalamt und die Vereinigung Cockpit e.V.. Das Projekt trägt den Namen "Midras", was für "Mikro-Drohnen-Abwehr-System" steht. Die Aufgaben sind in verschiedene Arbeitsbereiche aufgeteilt, wobei sich die Universität Würzburg dabei mit den zwei eigens entworfenen, agilen Drohnen beteiligt.

System lässt sich in Sicherheitskonzepte eingliedern

In wenigen Wochen stellen die Informatiker das Projekt dem Geldgeber, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, und anderen Interessierten vor. "Da zeigen wir dann verschiedene Szenarien. Wir hoffen natürlich, dass wir uns durchsetzen können und das Anschlussprojekt wieder gefördert wird", so Rothe. Aber er ist zuversichtlich. Denn ein weiterer Pluspunkt dieses Projekts: Das Abwehrsystem kann durch einzelne Module, ähnlich einem Baukasten, flexibel erweitert werden. Das System ist dabei so konzipiert, dass es sich in bereits vorhandene Sicherheitskonzepte der jeweiligen Nutzer schnell und ohne großen Aufwand eingliedern lässt.

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