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Abfälle und Fäkalien: Ausflügler vermüllen das Walberla | BR24

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Der Blick in die Landschaft ist herrlich - inzwischen wird das Walberla jedoch zunehmend zum Müllberg.

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    Abfälle und Fäkalien: Ausflügler vermüllen das Walberla

    Die ersten Sonnenstrahlen locken viele Menschen in die fränkischen Ausflugsregionen. Vor allem das Walberla im Landkreis Forchheim ist beliebt. Dass die Natur dort sauber bleibt, scheint vielen Gästen allerdings ziemlich egal zu sein.

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    • BR24 Redaktion

    Es wird langsam wärmer und die Menschen zieht es nach draußen – nach dem langen Lockdown-Winter umso mehr. Mit der Zunahme an Ausflüglern häuft sich in der Natur allerdings auch der Dreck, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn sie lassen nicht nur Unmengen an To-Go-Verpackungen zurück, sondern nutzen ihre Umwelt inzwischen auch ziemlich großzügig, wenn es um die Verrichtung persönlicher Bedürfnisse geht.

    Notdurft direkt vor der Berghütte verrichtet

    Vor allem rund um die Ehrenbürg – im Volksmund Walberla genannt – nimmt die Verschmutzung durch Fäkalien zu. Mitarbeiter der Bergwacht Forchheim beobachten das schon seit einiger Zeit. Zuletzt habe jemand seine Notdurft sogar direkt vor dem Eingang einer Bergwacht-Hütte verrichtet, berichten die Forchheimer. Dass Wanderer auch mal ein dringendes Bedürfnis verspüren, sei völlig normal. Man könne die Fäkalien aber wenigstens vergraben und nicht einfach überallhin platzieren.

    Problem auch für die ökologische Vielfalt

    Dazu kommt, dass die vielen Exkremente auch in ökologischer Hinsicht nicht ganz ohne sind. Laut Bergwacht ist der Trockenrasen auf dem Walberla mit seinem nährstoffarmen Boden ein Lebensraum für viele besondere Pflanzen. Die deutliche Zunahme der Fäkalien führe punktuell zu einem erhöhten Nährstoffeintrag und könne damit ein Problem für die ökologische Vielfalt an diesem besonderen Ort werden. Vielen Menschen sei zudem nicht klar, dass Taschentücher bis zu fünf Jahre bräuchten, bevor sich sich zersetzen.

    Die Forchheimer Bergwacht appelliert daher weiterhin eindringlich, den mitgebrachten Müll ordnungsgemäß zu entsorgen.

    "Wir würden uns wünschen, dass die Besucher nichts außer ihren Fußspuren hinterließen." Lukas Heidner, Bergwacht Forchheim

    Dass es derzeit tagsüber so sauber aussehe, liege daran, dass die Schlaifhausener und die Anwohner weiterer umliegender Orte ihr geliebtes Walberla selbst säuberten, so Heidner gegenüber dem BR. Bis zu den Abenden würden die Wege aber immer erneut verdreckt. Auch wenn beispielsweise bis zum frühen Ostersonntagnachmittag das Walberla kaum besucht war - die Erfahrung der Bergwacht zeigt: Gerade an den Feiertagen verschiebe sich der Besucheransturm auf den späten Nachmittag.

    © BR/Rika Dechant
    Bildrechte: BR/Rika Dechant

    Lukas Heidner von der Bergwacht Forchheim steht am Walberla.

    Toiletten in Gastro-Betrieben fehlen

    Auch im Fichtelgebirge kann man ein Lied davon singen. Dort hatte man das Problem schon im Winter, als die Menschen scharenweise zum Ochsenkopf kamen, berichtet Ferdinand Reb von der Tourismuszentrale in Fichtelberg. "Wegen Corona waren die Toiletten ja überall geschlossen." Inzwischen seien die öffentlichen WCs am Großparkpatz in Bischofsgrün aber wieder zugänglich. Dass die Menschen sich im Freien erleichtern, ist Reb zufolge vor allem im Umfeld der Talstationen vorgekommen.

    To-Go-Verpackungen sorgen für Müllberge

    Ein enormes Problem ist auch die Zunahme von Einweg-Verpackungen, die die Menschen achtlos in der Natur liegen lassen. Nicht nur am Walberla oder im Fichtelgebirge ist das zu beobachten, sondern in allen Regionen im Freistaat, sagt Waltraud Galaske, die sich beim Bund Naturschutz um das Thema Abfälle kümmert. Sie fürchtet, dass das lange Oster-Wochenende erneut für riesige Müllberge sorgen wird und bittet die Menschen deshalb, ihr Verhalten zu überdenken. "Früher ist es doch auch gegangen, dass man eine Brotzeit-Box und eine Thermoskanne mitgenommen hat."

    © Bergwacht Forchheim
    Bildrechte: Bergwacht Forchheim

    Die Bergwacht Forchheim ist verärgert über die unkontrollierte "Wildscheißerei" rund um das Walberla - und vor der Tür der Berg-Hütte.

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