U-Bahn in München
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U-Bahn-Fahrgäste in München am 10. Dezember 2022

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Keine Maskenpflicht mehr in Bus und Bahn: Was in Bayern gilt

In Bussen und Bahnen des Nahverkehrs in Bayern gilt keine Pflicht zum Tragen einer Maske mehr - sondern nur eine Empfehlung. Im Fernverkehr bleibt die FFP2-Maskenpflicht. Auf der gleichen Fahrtstrecke kann das bedeuten: mal mit, mal ohne Maske.

Mehr als zweieinhalb Jahre mussten in Bayern Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen: Zunächst genügte eine Alltagsmaske, später war mal eine FFP2-Maske, mal mindestens eine OP-Maske vorgeschrieben. Ab heute ist die Maskenpflicht in den Bussen und Bahnen im Freistaat aufgehoben: Die entsprechende Passage wurde aus der bayerischen Corona-Verordnung komplett gestrichen.

Die bayerische Staatsregierung hatte die Lockerung am Dienstag beschlossen und setzt sie nun als zweites Bundesland nach Sachsen-Anhalt um. "Die Infektionslage ist seit langem stabil", begründete Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Schritt.

ÖPNV: Tragen einer Maske wird empfohlen

Genauso wie für geschlossene Räumlichkeiten empfiehlt die Staatsregierung aber auch für den öffentlichen Nahverkehr, mindestens eine medizinische Maske zu tragen. "Statt Maskenpflicht setzen wir jetzt auf Eigenverantwortung und Rücksichtnahme", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Masken schützten vor Atemwegsinfektionen. "Deshalb appellieren wir: Tragen Sie in den Verkehrsmitteln des ÖPNV weiterhin eine Maske – auch, wenn es keine Pflicht mehr ist!" So könnten alle mithelfen, sich selbst und vor allem besonders gefährdete Menschen zu schützen – nicht nur vor Corona, sondern auch vor dem Influenza- und dem RS-Virus.

Holetschek betonte, die angespannte Lage in Krankenhäusern wegen des RS-Virus oder Influenza rechtfertige rechtlich kein Festhalten an der Maskenpflicht. Denn das Infektionsschutzgesetz des Bundes biete "nur wegen Corona eine ausdrückliche Grundlage für eine allgemeine Maskenpflicht". Bei der momentan hohen Rate von Atemwegsinfektionen spiele Covid aber nur eine untergeordnete Rolle. Schon am Dienstag hatte der Minister darauf verwiesen, dass in Europa 23 von 27 Staaten keine Maskenpflicht mehr hätten.

Wo konkret entfällt die Maskenpflicht?

Die neue Regelung gilt aber nur für den Nahverkehr im Freistaat – also für Busse, Tram- und S-Bahnen sowie Nahverkehrszüge. Das gilt laut Gesundheits- und Verkehrsministerium auch für Regionalzüge wie zum Beispiel RegionalBahn, RegionalExpress und Meridian.

Ausnahme: Corona-Positive

Das Ende der Maskenpflicht gilt allerdings nicht für symptomlose Corona-Positive: Sie dürfen seit dem Wegfall der Isolationspflicht in Bayern Mitte November das Haus verlassen, müssen aber in Innenräumen mindestens eine medizinische Maske tragen. Empfohlen wird eine FFP2-Maske. Somit gilt für positiv Getestete ab sechs Jahren in öffentlichen Verkehrsmittel weiter eine Maskenpflicht.

Busse und Bahnen: Wo bleibt es bei der Maskenpflicht?

In 14 der 16 Bundesländer gibt es nach wie vor eine Maskenpflicht für den ÖPNV. Wer aus dem Freistaat beispielsweise in eines der benachbarten Bundesländer – also Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Sachsen – pendelt, muss dort in Bussen und Nahverkehrszügen weiterhin mindestens eine medizinische Maske tragen.

Wer in einen Fernverkehrszug oder -bus steigt, muss ebenfalls weiterhin eine FFP2-Maske tragen – auch in Bayern. Das gilt unter anderem im ICE, IC, EC, TGV, RailJet und EuroNight. Das hat der Bund bis Anfang April gesetzlich festgeschrieben. So ist beispielsweise bei einer Fahrt von Augsburg nach München die Zugart entscheidend für die Frage, ob das Tragen einer Maske vorgeschrieben ist oder empfohlen wird.

Test- und Maskenpflichten in bestimmten Einrichtungen

Das Infektionsschutzgesetz des Bundes schreibt darüber hinaus bis 7. April FFP2-Maskenpflichten in Pflegeheimen und Krankenhäusern vor – sowie für Patienten und Besucher von Arztpraxen und anderen ambulanten medizinischen Einrichtungen. Für den Zutritt zu Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen wird zudem ein Testnachweis verlangt.

Bayern hat die Bundesregelungen noch ergänzt: Zusätzlich müssen auch Beschäftigte in bestimmten medizinischen Einrichtungen wie Arztpraxen und Tageskliniken mindestens eine medizinische Maske tragen. Zudem gilt eine Maskenpflicht für Beschäftigte, Bewohner sowie Besucher in einigen Gemeinschaftseinrichtungen wie Obdachlosenunterkünften und Flüchtlingsheimen. Diese bayerischen Regeln wurden vorerst bis 20. Januar verlängert.

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