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Die Stadt Nürnberg organisiert ab Montag (17.05.21) ein Pilotprojekt in Bayern: Das Bayerische Rote Kreuz impft Menschen in den Nürnberger Tafeln. Sogenannte Impf-Lotsen informieren zudem in mehreren Sprachen.

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Ab nächster Woche Corona-Impfungen bei den Tafeln in Nürnberg

Menschen, denen es sozial nicht so gut geht und die in abgehängten Stadtvierteln wohnen, sollen gegen Corona geschützt werden. Die Stadt Nürnberg organisiert ab Montag Impfungen bei den Tafeln – ein Pilotprojekt in Bayern.

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Von
  • Michael Reiner

Die Stadt Nürnberg wird ab kommender Woche mit den Corona-Schutzimpfungen bei den Tafeln beginnen. Die mobilen Impfteams werden dort ab Montag (18.02.21) im Einsatz sein. In dem bayernweit ersten Modellprojekt können sich Nutzerinnen und Nutzer der Tafel sowie deren Familienangehörigen ab 18 Jahren an den sechs Standorten im Stadtgebiet impfen lassen.

Impfbusse kommen nicht zum Einsatz

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK), das die Ausgabestellen der Tafeln in Nürnberg betreibt, stellt entsprechende Räumlichkeiten dafür zur Verfügung. Das sind zum Beispiel Säle von Kirchengemeinden in der Nähe. Die Impfbusse, die beim Start der Impfkampagne im Dezember vorgestellt wurden, kommen dabei nicht zum Einsatz, sagt eine Sprecherin der Stadt. Denn die sind nicht ausreichend barrierefrei und bieten beim Impfen auch zu wenig Privatsphäre.

"Impf-Lotsen" informieren mehrsprachig

Die mobilen Impf-Teams, die in den vergangenen Monaten in zahlreichen Einrichtungen unterwegs waren, kommen nun auch in die Tafel-Ausgabestellen. Bereits in dieser Woche sind dort "Impf-Lotsen" des BRK im Einsatz. Sie informieren in ihrer jeweiligen Muttersprache und mit mehrsprachigen Broschüren über die Impfungen.

Angebot für Menschen in prekären Lebenssituationen

Anfang Juni soll zudem eine Impfmöglichkeit bei der kommunale Beschäftigungsgesellschaft NOA organisiert werden. Die Stadt Nürnberg will mit diesen Maßnahmen, Menschen in prekären Wohn- und Lebenssituationen zu erreichen. Dazu setzt sie auch auf Vertrauenspersonen, die in den verschiedenen Communities über die Bedeutung des Impfens im Kampf gegen die Pandemie aufklären. Später ist hier dann ebenfalls der Einsatz der mobilen Teams geplant.

Impfung im Gefängnis startet

Auch für Obdachlose kündigt die Stadt weitere Angebote an. Bereits seit Ende Februar gibt es verschiedene Impfaktionen in Einrichtungen der Obdachlosenhilfe. "Aktuell bereiten wir unter anderem mit der Straßenambulanz Franz von Assisi und der ökumenischen Wärmestube möglichst niedrigschwellige weitere Impfangebote für Menschen vor, die aus verschiedenen Gründen nur schwer zu den Impfangeboten in den Impfzentren oder den Arztpraxen finden“, sagt die städtische Sozialreferentin Elisabeth Ries. Ab Mitte Mai soll die Impfung von rund 1.000 Insassen der Nürnberger Justizvollzuganstalt starten.

OB fordert mehr Impfstoff

Um noch mehr Menschen als bisher impfen zu können, brauche Nürnberg aber zusätzliche Impfdosen über die bisherigen Lieferungen hinaus, sagt Oberbürgermeister Marcus König (CSU). Vorbild müssten Landkreise oder Städte sein, in denen zuletzt eine sehr hohe Inzidenz mit Hilfe konzentrierter Impfkampagnen und Sonderkontingenten mit Impfstoff deutlich gesenkt werden konnte.

31 Prozent der Nürnberger einmal geimpft

Bisher sind in Nürnberg insgesamt rund 220.000 Impfdosen verabreicht worden. Darunter fallen das Impfzentrum und die mobilen Teams, aber auch Arztpraxen und Krankenhäuser. In Nürnberg haben mittlerweile gut 31 Prozent der Einwohner eine Erstimpfung und 8,7 Prozent eine Zweitimpfung erhalten. "Nur über das Impfen wird es uns nachhaltig gelingen, die Inzidenzzahlen in Nürnberg deutlich zu senken", appelliert OB König.

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