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Ab jetzt Dunkelrot: Der Corona-Tag in Bayern | BR24

© BR/Erisch Wartusch

In Bayern haben mittlerweile acht Regionen einen Inzidenzwert von über 100. Damit liegen sie - nach der neuen bayerischen Corona-Ampel - im dunkelroten Bereich. Ab morgen gelten dort verschärfte Maßnahmen.

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Ab jetzt Dunkelrot: Der Corona-Tag in Bayern

In Bayern haben mittlerweile acht Regionen einen Inzidenzwert von über 100 erreicht. Damit liegen sie - nach der neuen bayerischen Corona-Ampel - im dunkelroten Bereich. Ab morgen gelten dort verschärfte Maßnahmen.

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In Bayern liegen mittlerweile acht Städte und Landkreise über dem neuen Grenzwert von 100. Laut der aktuellen Auflistung des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL, Stand Donnerstagnachmittag) sind das neben dem Berchtesgadener Land und dem Landkreis Rottal-Inn, Stadt und Landkreis Schweinfurt, die Landkreise Neustadt an der Waldnaab und Passau, sowie die Städte Weiden in der Oberpfalz und Augsburg.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte für diesen Fall eine erweiterte Corona-Ampel mit einem vierten, dunkelroten Wert vorgeschlagen.

Mit einem Tag Verspätung treten die zusätzlichen Beschränkungen für die neue Warnstufe "Dunkelrot" in Bayern in Kraft. Ab Freitag wird in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit einem Inzidenzwert über 100 die Sperrstunde auf 21 Uhr vorverlegt und Veranstaltungen auf 50 Personen begrenzt.

Ausländische Pendler werden verstärkt getestet

Ebenfalls neu seit gestern: Die Ankündigung Bayerns, dass ausländische Berufspendler künftig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorweisen müssen, wenn sie sich in den 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben.

Der Landkreis Cham hat die Testpflicht als einziger ostbayerischer Landkreis bereits vor gut zwei Wochen eingeführt. Laut dem Chamer Landrat Franz Löffler werde die Testpflicht dort sehr gut angenommen. Auch in den anderen ostbayerischen Grenzlandkreisen wird getestet, allerdings auf freiwilliger Basis, hieß es.

In Bayerisch Eisenstein gab es über eine Woche lang eine mobile Teststation. Dort wurden 3,3 Prozent der Testpersonen positiv auf Covid-19 getestet. Auch die tschechische Pendlervereinigung (APCR) ist für die Corona-Tests. "Ich halte das für den einzig möglichen, richtigen Weg", sagte die Vorsitzende Zuzana Vintrova.

Zu viele Warnstufen, zu viel Ungewissheit

Doch Dunkelrot, die neue Farbe auf der Palette der Warnwert-Skala, gefällt nicht jedem. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, forderte: "Das System der Regeln und Beschränkungen muss verständlich sein." Er fürchtet um die Akzeptanz der Einschränkungen in der Bevölkerung.

Eine ähnliche Kritik äußert der bayerische SPD-Fraktionschef Horst Arnold, der vor allem den Informationsfluss zu den Kommunen verbessern möchte. So warten die bayerischen Grenzlandkreise Altötting und Rottal-Inn nach Aussage ihrer Sprecher noch auf weitere Anweisungen der Staatsregierung, wie man mit den Berufspendlern umgehen muss, nachdem Oberösterreich vom Robert Koch-Institut nun ebenfalls zum Risikogebiet erklärt worden ist.

Corona-Zahlen im Landkreis Rottal-Inn vermutlich falsch

In Bayern ist weiterhin der Landkreis Berchtesgadener Land mit 292 positiv getesteten Menschen in den vergangenen sieben Tagen - gerechnet auf 100.000 Einwohner – der am stärksten vom Coronavirus betroffene Landkreis.

Aber auch in Augsburg liegt die Zahl der positiv gemeldeten Personen inzwischen über dem Inzidenzwert von 150. Das veranlasste Oberbürgermeisterin Eva Weber dazu, sich in einer Videobotschaft an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt zu wenden, und um Verständnis für die Einschränkungen zu bitten.

Verwirrung gab es dagegen im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn. Vermutlich aufgrund eines Übermittlungsfehlers sind die Zahlen des Robert Koch-Instituts für diesen Landkreis zu niedrig (unter 90) ausgewiesen. Nach den eigenen Berechnungen des Landratsamtes dürfte der Inzidenzwert etwa bei 163 liegen, also klar im dunkelroten Bereich.

RKI: Seit Vortag über 10.000 neue Infizierte

Insgesamt hat die Zahl der Neuinfektionen zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie an einem Tag in Deutschland den Wert von 10.000 überschritten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts meldeten die Gesundheitsämter 11.287 Fälle binnen 24 Stunden. Damit nahm die Zahl der bestätigten Neuansteckungen im Vergleich zu gestern um fast 50 Prozent zu.

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