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Aasforscher im Bayerwald helfen Kriminalisten und Forensikern | BR24

© BR/Christian Riedl

BR-Reporter Christian Riedl war mit zwei Aasforschern im Nationalpark Bayerischer Wald unterwegs. Tote Tiere liefern der Wissenschaft wichtige Erkenntnisse.

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Aasforscher im Bayerwald helfen Kriminalisten und Forensikern

Aasforscher sind im Nationalpark Bayerischer Wald unterwegs. Ihre Forschungen liefern unter anderem Erkenntnisse für die Kriminaltechnik. Diese fließen in die moderne Forensik ein, etwa in die Bestimmung des genauen Todeszeitpunktes.

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Der Gedanke an tote Tiere im Wald, an Aas, löst bei den meisten Menschen wohl eher Ekel aus. Andererseits muss man sich bewusst sein, dass dies der normale Lauf der Dinge ist - in der Natur bleibt sozusagen nichts liegen. Und Forscher im Nationalpark Bayerischer Wald interessieren sich sogar dafür: Was passiert mit dem Aas und was lässt sich daraus lernen?

Kadaver dienen der Forschung

Ein toter Rehbock liegt im Nationalpark Bayerischer Wald: Das Tier wurde von einem Auto überfahren. Statt in der Tierkörperverwertung zu landen, dient der Kadaver jetzt der Forschung:

"Wir wollen untersuchen, wie sich pH-Wert und Nährstoffeintrag verändern in dem System - und auch wie sich die Zusammensetzung der Mikroben verändert, das ist bisher kaum erforscht." Die Forscher Marco Heurich und Martin Gahbauer

Die Forscher nehmen Bodenproben, stellen Insektenfallen auf, montieren eine Wildkamera: Vielleicht kommen auch Luchs oder Fuchs zu dem Stück Aas? Die allerersten Besucher sind allerdings die Fliegen.

Untersuchung der Wärmeentwicklung

Vor allem auch die Wärmeentwicklung interessiert die Forscher – sie wollen künftig tote Tiere aus der Luft mit Wärmebildkameras finden. Das ist zum Beispiel wichtig, um eine mögliche Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Grundsätzlich aber sind auch tote Tiere ein fester Bestandteil in intakten Ökosystemen.

Check nach eineinhalb Wochen

Nachdem das tote Reh eineinhalb Wochen im Wald lag, kommen die Forscher wieder. Ein erster Check der Wildtierkamera ist allerdings enttäuschend, weder Luchs noch Fuchs sind darauf zu sehen. Der Kadaver verströmt mittlerweile einen beißenden Geruch – Lockstoff für unzählige Insekten. Die Forscher nehmen weitere Bodenproben und sammeln Insekten ein. Beides wird später im Labor analysiert.

Wichtige Ergebnisse für Kriminologen und Ökologen

Aas-Forschung mag auf den ersten Blick vielleicht ekelerregend wirken. Aber die Ergebnisse sind wichtig – für Kriminologen und Ökologen.

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