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A94 in Niederbayern: Bis der Verkehr rollt, dauert es | BR24

© BR/Laila Heyne

Simbach A94 Niederbayern

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A94 in Niederbayern: Bis der Verkehr rollt, dauert es

Gegen sie wurde protestiert und gekämpft, doch jetzt rollt der Verkehr: Die Isentalautobahn. Auch in Niederbayern soll ein Teilabschnitt der A94 durchlaufen. Doch hier wird entweder noch nicht gebaut oder weiter gestritten.

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Schwarzer Teer, weiße Markierungsstreifen - die umstrittene Isentalautobahn in Oberbayern ist befahrbar, der Verkehr rollt. Ein Teilabschnitt der A94 führt jetzt von Marktl nach München. Am Ende soll die A94 Pocking mit München verbinden. Das wird aber noch dauern.

Sechs Kilometer der A94 auf niederbayerischer Seite fertig

Insgesamt wird die A94 150 Kilometer lang sein. 53 Kilometer davon führen durch Niederbayern. Bis jetzt sind davon aber lediglich rund sechs Kilometer fertiggestellt: der Abschnitt Kühstein-Malching. In Simbach/West im Landkreis Rottal-Inn wird dagegen beispielsweise noch gar nicht gebaut. Hier soll parallel zur unfallträchtigen B12 die A94 auf 13 Kilometern verlaufen. Die Pläne und Kosten hierzu werden gerade intern von Bund und Freistaat geprüft.

Keine Prognose für Fertigstellung der A94

Auch für die Ortsumfahrung Ering, fünf Kilometer zwischen Prienbach/Ost und Kühstein, gibt es mittlerweile eine Variante: Ering-Nord. Aber auch hier dauert es noch, bis gebaut wird. Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Südbayern kann keine Prognose dafür abgeben, wie lange der Bau der A94 in Niederbayern insgesamt noch dauert.

© Autobahndirektion Südbayern

Aktuelle Übersichtskarte der A94 in Niederbayern

Kritik aus Simbach am Inn an A94

So viel steht aber fest: die Problemstelle ist Simbach am Inn. Für die etwa fünfeinhalb Kilometer zwischen Simbach/West und Simbach/Ost im Landkreis Rottal-Inn wird derzeit eine 1,2 Kilometer lange Tunnellösung vorgeschlagen. Die Stadt ist damit aber nicht einverstanden. Den Bürgern in Simbach ist der Abschnitt zu kurz - die Autobahn würde über zu lange Strecken offen durch die Stadt laufen, wie der neu gegründete "Stadtverein Simbach am Inn" kritisiert. Auch mehrere tausend Unterschriften sind schon dagegen gesammelt worden.

Streitpunkt Tunnel in Simbach am Inn

In Simbach sieht man weitere Probleme beispielsweise mit der Erlacher Au, einem Trinkwasser- und Hochwassergebiet, das betroffen wäre. Die Trasse würde auch durch Siedlungen und ein Gewerbegebiet in Simbach/West laufen.

Mehrere ansässige Firmen haben schon angekündigt, sie würden aus Simbach abwandern, wenn diese Variante gebaut werde. Der Verein und die Stadt Simbach am Inn fordern deshalb eine vollständige Untertunnelung und Teileinhausung auf geeigneter Trasse. Das aber könnte zu teuer werden, befürchtet der Verein "Ja zur A94". Der Vorsitzende Günther Knoblauch schätzt die Kosten einer kompletten Tunnellösung auf 600 Millionen Euro, die Teiluntertunnelung dagegen belaufe sich auf rund 250 Millionen Euro.

Komplexer Tunnel im Landkreis Passau wird gebaut

Während der Teilabschnitt in Simbach erst noch diskutiert und geplant werden muss, geht es bei den beiden Abschnitten vor Pocking voran: Zwischen der sechs Kilometer langen Strecke zwischen Malching und Kirchham wird seit Mitte 2018 am Tunnel Tutting im Landkreis Passau gebaut. Weil der 450-Meter-Tunnel ein komplexes Bauwerk ist, das Stück für Stück quer zum Grundwasserstrom gebaut werden muss, gibt es immer wieder Probleme damit. Das Ziel, die Strecke 2022 fertigzustellen, kann daher von der Dienststelle Deggendorf der Autobahndirektion Südbayern nicht versprochen werden.

Die Dienststelle in Deggendorf ist seit dem ersten Oktober neu, ihr Schwerpunkt liegt auf der Planung und Umsetzung der A94 in Niederbayern. Vorher war sie eine Außenstelle der Autobahndirektion Südbayern.

Hektargroße Ausgleichsflächen für den Kiebitz

Wie es heißt, werden die letzten 12,5 Kilometer zwischen Kirchham, Pocking und der A3 - auch Ortsumgehung Pocking mit Anbindung an die A3 genannt - gerade für den Bau vorbereitet. Es müssen aber zuerst noch 40 Hektar Ausgleichsfläche für den Kiebitz geschaffen werden, erst danach kann es mit dem Bau losgehen. Die Verkehrsfreigabe dieser Strecke wird derzeit für 2025 geplant.