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A8: Variable Tempolimits sollen kommen – aber nicht überall | BR24

© picture alliance/Silas Stein/dpa

Geschwindigkeitsbegrenzung auf einer Autobahn (Symbolbild).

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A8: Variable Tempolimits sollen kommen – aber nicht überall

Tragische Unfälle, schwere Verletzungen und genervte Anlieger: Seit die A8 auf sechs Spuren durch den Landkreis Augsburg führt, häufen sich die Probleme. Nun sollen variable Tempolimits installiert werden – allerdings nur auf der halben Autobahn.

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Der Vergleich ist eindeutig: Die Zahl der Verletzten bei Geschwindigkeiten von mehr als 130 km/h ist laut Polizeipräsidium Schwaben Nord um 700 Prozent gestiegen, wenn man den Stand vor dem Autobahnausbau mit dem Jahr 2018 vergleicht. Deshalb befürwortet auch die Polizei ein zeitweises Tempolimit auf einigen Abschnitten der A8 zwischen Ulm und München.

Schilderbrücken von München bis nach Augsburg/Neusäß

Dafür hat das bayerische Verkehrsministerium jetzt grünes Licht gegeben: Der Nachrichtenagentur dpa zufolge bereitet es im Auftrag des Bundes den Bau von sogenannten Verkehrsbeeinflussungsanlagen vor, das sind Schilderbrücken, deren Anzeige variabel gesteuert werden kann. Diese Anlagen sollen zunächst für die Strecke zwischen München/Eschenried und Neusäß bei Augsburg gebaut werden, teilte das Ministerium mit.

Nur die halbe Autobahn bekommt ein Tempolimit

Besonders hartnäckiger Protest für ein dauerhaftes Tempolimit kommt allerdings aus den Gemeinden westlich von Augsburg, wie zum Beispiel Zusmarshausen. Dort fordern Rettungskräfte, Anwohner und Ortssprecher seit Jahren eine Geschwindigkeitsbegrenzung und ein Überholverbot für Lkw. Von der Planung des Verkehrsministeriums haben sie erst einmal nichts, denn der Abschnitt zwischen Neusäß und Ulm/Elchingen ist dort nicht enthalten – noch.

Westlich von Augsburg: Verkehr weiter analysieren

Der bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) möchte sich allerdings beim Bundesverkehrsministerium dafür einsetzen, dass die Technik auch auf diesem Streckenabschnitt zum Einsatz kommt. „Wir werden deshalb das dortige Verkehrs- und Unfallaufkommen weiterhin genau analysieren und beim Bund entsprechend darauf einwirken, die Planungen auch dort fortführen zu dürfen“, sagte der Minister.

Baubeginn in drei Jahren

Zuerst ist aber die 66 Kilometer lange Strecke zwischen München und Augsburg dran: Baubeginn ist frühestens 2022, denn die Aufträge müssen europaweit ausgeschrieben werden. Die Kosten von 30 Millionen Euro übernimmt der Bund, das Verkehrsministerium rechnet mit einer Bauzeit von etwa drei Jahren.

© Patrick Seeger, dpa

Deutschland ist das einzige Land in der EU, auf dem es noch kein generelles Tempolimit auf Autobahnen gibt.