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A400M Transportflugzeug der Bundeswehr
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Beate Mangold
Rupert Waldmüller
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A400M Transportflugzeug der Bundeswehr

Es ist seit den 1950er Jahren eine Erfolgsgeschichte. Seit 1957 bildet die Luftwaffe in Kaufbeuren Techniker für Kampfjets und an den Radargeräten aus. Doch damit soll Schluss sein: 2024 soll der Standort im Rahmen der Bundeswehrreform geschlossen und aufs Lechfeld verlegt werden.

Bundeswehr fehlen Kapazitäten für A400M und Technikerschule

Doch seitdem bekannt wurde, dass zehn A400M-Militärtransporter auf dem Lechfeld stationiert werden sollen, keimt in Kaufbeuren die Hoffnung, dass der Standort noch eine Zukunft hat. Denn die Bundeswehr will am Lechfeld erst einmal 170 Millionen Euro investieren, um die Infrastruktur für den A400M aufzubauen. Die Transportmaschinen sollen dort ab 2028 starten.

Gleichzeitig müsste am Lechfeld aber gebaut werden, damit die Technikerschule aus Kaufbeuren umziehen kann. Für beide Maßnahmen fehlten der Luftwaffe aber die Kapazitäten, sagt der Kaufbeurer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke. Er gehe deswegen davon aus, dass sich der Abzug der Bundeswehr aus Kaufbeuren noch weit nach hinten verschieben wird.

Schließung des Kaufbeurer Standorts immer wieder verschoben

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Schließung der Technikerschule verschoben wird. Ursprünglich war ein Termin für Ende 2017 angedacht, dieser wurde aber immer wieder verlegt. Nun prüft das Bundesverteidigungsministerium, ob die Technikerausbildung nicht vielleicht privatisiert werden könnte. Außerdem überlegt die Bundeswehr, ob die Ausbildung nicht dort stattfinden könnte, wo der Eurofighter stationiert ist – also in Neuburg oder Laage bei Rostock.

Fluglotsenausbildung bleibt in Kaufbeuren

Ob der Standort Kaufbeuren bestehen bleibt, ist also trotz der Stationierung des A400M am Lechfeld fraglich. Ganz verabschiedet sich die Bundeswehr aber ohnehin nicht aus Kaufbeuren, denn die Ausbildung der Militär-Fluglotsen findet weiterhin dort statt.

Dieser Teil der Ausbildung wurde bereits privatisiert und von der Deutschen Flugsicherung übernommen. Diese baut derzeit direkt neben dem Fliegerhorst für 20 Millionen Euro einen modernen Campus mit Towersimulator und viel Hightech. Es werden also auch weiterhin Bundeswehrler in Kaufbeuren ausgebildet. Der Großteil der Arbeitsplätze hängt allerdings an der Technikerausbildung und deren Zukunft ist ungewiss.