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9 Jahre nach Fukushima: Japanische Familie zog nach Amberg | BR24

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Heute vor neun Jahren ereignete sich die Nuklearkatastrophe von Fukushima. Wie haben Betroffene diese Zeit erlebt? Wie blicken sie auf die letzten Jahre zurück?

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9 Jahre nach Fukushima: Japanische Familie zog nach Amberg

Heute vor neun Jahren ereignete sich die Nuklearkatastrophe von Fukushima. Wie haben Betroffene diese Zeit erlebt? Ein Ehepaar lebte damals nur 120 Kilometer von der Reaktoren entfernt. Sie verließen Japan, zogen nach Amberg.

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Als sich vor neun Jahren die Nuklarkatastrophe in Fukushima ereignete, lebte Erika Wakayama gerade mal 120 Kilometer von der Reaktoren entfernt, in denen es zur Kernschmelze kam. Mit ihrer Familie verließ sie wenige Tage danach Japan. Heute leben sie in Amberg. Erika Wakayama und ihr Ehemann blicken mit gemischten Gefühlen auf diese Zeit zurück.

Familie in Angst

Erika Wakayama spricht im Interview von schrecklichen Stunden. Mehrmals bei den Nachbeben versteckt sich die Familie unter dem Tisch. In den 24 Stunden danach sind sie einfach nur froh, überlebt zu haben. Dann geht es ans Aufräumen. Die ganze Nachbarschaft hilft zusammen.

Gar nicht klar, was eigentlich passiert ist

Anfangs waren sie sich gar nicht bewusst, in welcher Gefahr sie sich befinden. Ein Anruf mitten in der Nacht von Johann Sturcz` Eltern aus Deutschland schockiert die Familie. Sie klären das Ehepaar darüber auf, was passiert ist. Sie sprechen von einer Reaktorkatastrophe. Das junge Paar beginnt zu recherchieren, was das japanische Fernsehen nicht zeigt. Tagelang ist das Ehepaar hin- und hergerissen. Schließlich verlassen sie dann aber mit einem Rucksack das Haus. Sie wollten zunächst nach Osaka, um dem 3 Monate alten Sohn einen Reisepass zu organisieren.

Auswandern nach Deutschland

Eine Woche nach der Katastrophe sitzen sie im Flieger nach Deutschland zu Johanns Eltern nach Amberg. Sie verlassen damit Familie und Freunde, die ihnen diesen Schritt zum Teil sehr übel nehmen. Ausschlaggebend für die Abreise war die Sorge um die kleinen Kinder, sie vor den radioaktiven Strahlen zu schützen.

Es gibt kein Zurück

Es dauert einige Zeit, bis die beiden Künstler in Deutschland Fuß fassen. Für sie war von Anfang an klar, dass es kein Zurück mehr nach Japan geben wird, sagt der Familienvater.

Auch wenn es schwer gefallen ist, beide sehen es als richtige Entscheidung an, Japan aufgegeben zu haben. Sie waren in den vergangenen 9 Jahren wenige Male wieder dort.

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