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85% weniger Essen: Corona-Bilanz beim Studentenwerk Würzburg | BR24

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Essen in der Mensa

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    85% weniger Essen: Corona-Bilanz beim Studentenwerk Würzburg

    In den sieben Corona-Monaten wurden bisher 85 Prozent weniger Essen in den Mensen verkauft. Diese Bilanz zieht das Studentenwerk Würzburg für die vier Hochschulstandorte Würzburg, Bamberg, Schweinfurt und Aschaffenburg. Auch Wohnungen blieben leer.

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    Nach sieben Monaten mit Corona hat das Würzburger Studentenwerk eine Zwischenbilanz gezogen: Im vergangenen Semester, also zwischen März und September 2020, wurden in den Mensen 85 % weniger Essen ausgegeben als 2019.

    In der Pandemie geschlossene Mensen und Essen nur "To Go"

    Das Studentenwerk Würzburg ist zuständig für rund 55.000 Studierende an vier Standorten: Würzburg, Bamberg, Schweinfurt und Aschaffenburg. Konkret spricht das Studentenwerk von insgesamt 730.645 Portionen Essen, die im Jahr 2019 ausgegeben wurden und lediglich von 112.151 Essen in diesem Jahr.

    Hauptgründe für den starken Rückgang sind, dass Mensen und Cafeterien in Zeiten von strengeren Corona-Beschränkungen mehrere Monate lang geschlossen bleiben mussten. Später war dann nur eingeschränkter Betrieb erlaubt, beispielsweise im "To Go"-Prinzip. Von den insgesamt 24 Einrichtungen des Würzburger Studentenwerks waren zeitweise nur drei bis vier Mensen geöffnet.

    Corona-Krise: Studentenleben kommt zum Erliegen

    Ein weiterer Grund für den starken Rückgang in den Mensen: Die Corona-Pandemie hatte massive Auswirkungen auf das studentische Leben. In den Mensen sei die Zahl der Gäste stark gesunken, denn viele Studierende waren während des Lockdowns nicht an ihrem Hochschulstandort. "Andere blieben aufgrund der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen den Mensen fern", heißt es vom Studentenwerk Würzburg.

    Auch aufgrund des Online-Sommersemesters 2020 zogen viele Studierende zeitweise zurück in ihre Heimat oder blieben direkt dort. Auch internationale Studierende konnten aufgrund von Einreiseverboten nicht nach Deutschland kommen.

    Corona-Pandemie führt zu freien Wohnheimplätzen

    Einige Wohnheimplätze seien beim Studentenwerk Würzburg leer geblieben: "Gab es in den vergangenen Jahren für gewöhnlich lange Wartelisten für Wohnheimplätze, standen mehrere Monate lang über 240 der insgesamt 3.904 Wohnplätze in unseren Wohnheimen leer." In Aschaffenburg standen 30 von 269 Wohnungen leer, in Bamberg 130 von 713, in Schweinfurt 20 von 216 und in Würzburg 63 von 2.706. Insgesamt ergebe sich ein Mietausfall von bisher 305.000 Euro.

    Die Leerstände würden sich aber aktuell wieder verringern – das Studentenwerk rechnet ab 1. November 2020 wieder mit einer Vollbelegung der Wohnheime.

    Studentenwerk: Hohe Umsatzverluste durch die Corona-Krise

    Das Studentenwerk schätzt den Umsatzausfall in der Hochschulgastronomie zwischen März und September auf rund 3,26 Millionen Euro. Für alle Beschäftigten in der Hochschulgastronomie sei daher Kurzarbeit angeordnet worden, um die wirtschaftlichen Folgen etwas zu begrenzen. Laut eigenen Angaben ist das Studentenwerk durch die Pandemie zwar in einer schwierigen Situation, aufgrund vorhandener Rücklagen und aufgrund des Kurzarbeitergeldes sei die Lage aber dennoch stabil.

    Wenn die Pandemie andauert und weiterhin weniger Studierende an Unis und Hochschulen kommen, rechnet das Studentenwerk mit Betriebsschließungen. Auch Mitarbeiter könnten dann entlassen werden. Insgesamt sind rund 375 Mitarbeiter beim Studentenwerk Würzburg beschäftigt.

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