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Die animierte Burg auf einem PC Bildschirm
© BR/Katharina Häringer

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Katharina Häringer
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Die animierte Burg auf einem PC Bildschirm

Seit dem Jahr 1219 thront die Veste Oberhaus über Passau. Dieses Jahr wird groß gefeiert: 800 Jahre gibt es die Burg jetzt. Das Jubiläum wird mit vielen Aktionen begangen. Die Vorbereitungen dazu laufen schon.

Zeitreise durch die Jahrhunderte

Stefanie Buchhold ist Leiterin des Oberhaus-Museums in Passau. Sie kann sich schon ganz genau vorstellen, wie es in wenigen Monaten in diesem Turm aussehen soll:

"Diese Treppe, die sich hier im Turm nach oben windet, wird parallel begleitet von einem Turm, der bespielt wird mit 3D-Hologrammen, die das Modell der Burg zeigen. Es gibt eine Zeitreise durch die Jahrhunderte." Stefanie Buchhold, Leiterin des Oberhaus-Museums

Wenige Meter weiter sitzt Clemens Knobling. Der Bauforscher bastelt die 3D-Modelle. Dafür füttert er seinen Computer mit Zahlen rund um die Veste Oberhaus.

"Man sieht jetzt hier das fertige Modell und denkt sich, das kriegt man schnell aufgebaut. Aber wenn man die Inhalte kritisch hinterfragen möchte, dann dauert das." Clemens Knobling, Bauforscher

Für sechs Modelle braucht Knobling ein halbes Jahr. Er öffnet sein 3D-Modell aus dem 16. Jahrhundert. Auf seinem zweiten Bildschirm wirft er ein Bild von der Veste, wie sie heute aussieht. Kaum zu glauben, dass das ein und dieselbe Burg sein soll. Auf dem 3D-Entwurf sind viel mehr Türme. Die fehlen heute alle. Dächer, die spitz zusammenlaufen, sind heute flach. Da gibt’s Ochsenställe, später eine Wehranlage. Alles weg.

Die alte Burg, neu vermessen

Was Clemens Knobling und Stefanie Buchhold besonders begeistert: Sie schreiben gerade die Geschichte der Veste Oberhaus um. Bauforscher hatten in den vergangenen Monaten die Burg neu vermessen. Auch Holzbalken wurden auf ihr Alter untersucht. Und siehe da: Ein wichtiger Gebäudetrakt ist 70 Jahre älter als gedacht. Für Laien sind 70 Jahre vielleicht nicht so viel. Für Experten verändert sich damit ihr Blick auf die Burg.

Zurück im Aussichtsturm. Oben angekommen, treten wir auf die Plattform. Wir schauen auf Passau. Doch bald wird man hier noch viel mehr sehen: „Mit Hilfe dieses interaktiven Fernrohrs kann man in die Landschaft hinausschauen und dann kriegt man die interaktiven Grenzverläufe eingeblendet“, sagt die Museumsleiterin.

Passau und seine Besucher können gespannt sein.