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Die Kröten und Frösche laichen. Heißt also: In diesen Tagen strömen in ganz Bayern Ehrenamtliche aus, um sie sicher über die Straßen zu bringen. Ein Ortsbesuch in Erlach im Landkreis Würzburg.

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80 Ehrenamtliche auf Mission "Krötenrettung" im Raum Würzburg

Kröten, Frösche oder Molche sind derzeit wieder auf Wanderschaft zu ihren Laichplätzen. Damit sie beim Überqueren der Straße nicht überfahren werden, strömen in ganz Bayern Ehrenamtliche aus. Ein Ortsbesuch im unterfränkischen Erlach.

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Von
  • Pirmin Breninek

Sie sind wieder auf dem Weg zu ihren Laichplätzen: Kröten, Frösche oder Molche. Um dort hinzukommen müssen die Tiere oftmals die Straße überqueren. Damit die Amphibien nicht überfahren werden sind Ehrenamtliche im Einsatz – so wie Christine Ruhl. Seit den frühen Morgenstunden ist die 73-Jährige mit einer neongelben Warnweste über ihre Jacke entlang den Straßen bei Erlach im Landkreis Würzburg unterwegs. Grüne Planen sind dort aufgespannt, sie sollen die Amphibien davon abhalten, auf den Asphalt zu hüpfen. Mit den einsetzenden wärmeren Temperaturen zieht es sie von einem Waldstück außerhalb des Ortes in ein nahegelegenes Laichgewässer.

6.000 Ehrenamtliche sammeln Kröten

Christine Ruhl deutet auf den schwarzen Eimer, den sie in der Hand trägt: "Zwei Männchen und ein Weibchen mit einem Männchen hintendrauf. Die Männchen klammern sich an die Weibchen und lassen sich tragen – ganz bequem." An diesem Vormittag ist es trocken, bei feuchter Witterung sei das Aufkommen größer.

Seit 20 Jahren engagiert sich Christine Ruhl bereits im Amphibienschutz. Sie ist eine von 80 Ehrenamtlichen, die aktuell im Landkreis Würzburg unterwegs sind. Im gesamten Freistaat schwärmen in diesen Tagen wieder die Helfer des Bund Naturschutz aus. Etwa 6.000 sind im Einsatz, um die Amphibien vor dem "sicheren Straßentod zu bewahren", sagt Steffen Jodl. Er ist Regionalreferent des Bund Naturschutz in Unterfranken. Nach seinen Angaben gelingt es durch die Straßenzäune und Helfer, etwa 700.000 Tiere pro Jahr zur retten. Die Populationen könnten dadurch erhalten werden.

Amphibien durch Klimawandel gefährdet

Der Straßenverkehr ist jedoch nur eine Gefahr, sagt Jodl. Der Rückgang der Biodiversität würde sich auch auf die Amphibien auswirken. Weniger Insekten bedeuten weniger Nahrung. Auch zunehmende Wetterextreme würden sich negativ bemerkbar machen: Kahlfröste zum Beispiel oder die Trockenheit im Winterhalbjahr. "Die führt immer wieder dazu, dass diese Amphibienpopulationen deutlich nachweisbar zusammenbrechen", sagt Jodl.

Rund um Erlach haben Christine Ruhl und ihre Mitstreiter in manchen Jahren bereits bis zu 3.000 Amphibien in ihren Eimern transportiert. Die aktuelle Saison dauert voraussichtlich bis Anfang Mai. "Es macht einfach Spaß – und wir haben unseren Spaziergang an der frischen Luft", sagt Ruhl.

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Bis zu 3.000 Amphibien sammeln die Ehrenamtlichen bei Erlach pro Saison.

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