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75 Jahre Befreiung: KZ-Gedenkstätten hoffen auf Impulse | BR24

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2020 werden zum 75. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager noch einmal viele Überlebende die früheren Lagerorte besuchen. Die werden für die Erinnerungsarbeit immer wichtiger - vor allem, wenn keine Zeitzeugen mehr leben.

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75 Jahre Befreiung: KZ-Gedenkstätten hoffen auf Impulse

2020 werden zum 75. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager noch einmal viele Überlebende die früheren Lagerorte besuchen. Diese Orte werden für die Erinnerungsarbeit immer wichtiger - vor allem, wenn keine Zeitzeugen mehr leben.

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Zum 75. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager werden im kommenden Jahr noch einmal viele Überlebende an die einstigen Orte des Grauens zurückkehren.

Aber die Zeit nach den Zeitzeugen ist absehbar: Umso wichtiger werden dann die Tatorte selbst für die Erinnerungsarbeit. Das sieht auch Jörg Skriebeleit, der Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, so. Er erhofft sich vom 75. Jahrestag wichtige Impulse.

Gedenkstätten beklagen zu wenig Unterstützung von der Politik

Die Bedeutung der Standorte der ehemaligen Lager als Lernorte steht außer Frage. Die Vertreter großer Gedenkstätten in Deutschland fühlen sich aber von der Politik allerdings zu wenig unterstützt. Es fehlen aus ihrer Sicht feste Stellen für Mitarbeiter, um die nötige Bildungsarbeit leisten zu können, kritisiert Thomas Lutz von der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin. Insbesondere in den Bereichen neue Medien und Social Media herrsche Handlungsbedarf.

Kritik an Sanierungsplänen für Reichsparteitagsgelände

Angesichts der aktuellen Situation kann Jens-Christian Wagner von der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten nicht nachvollziehen, dass für die Sanierung des Reichsparteitagsgeländes 80 Millionen Euro ausgegeben werden sollen, während andere Gedenkstätten vor sich "hindümpeln" oder sich bei der Schaffung eines adäquaten Erinnerungsortes in Landsberg/Kaufering wenig tue. Dort war eines der großen Außenlager des KZ Dachau.

Auch Jörg Skriebeleit spricht im Fall von Nürnberg von einem Missverhältnis bei der Finanzierung von Täter- und Opferorten, das korrigiert werden müsse. In den Gedenkstätten selbst gelte es ebenfalls künftig mehr die Täter ins Auge zu fassen, mahnt derweil Wagner selbstkritisch. Heute herrsche zu sehr eine "Wohlfühlerinnerungskultur", die sich auf die Opfer konzentriere, aber Täter und Profiteure vernachlässige.

Auch ehemaliger KZ-Steinbruch wird Ort der Erinnerung

In Flossenbürg soll in den nächsten Jahren der ehemalige KZ-Steinbruch in die Gedenkstätte integriert werden - eine große Aufgabe für die Gedenkstätte. Das sogenannte DESt-Gebäude, ein Verwaltungsgebäude der SS-eigenen Deutschen Erd- und Steinwerke, wird bereits für die Nutzung saniert.

© BR/Thomas Muggenthaler

Der Steinbruch in Flossenbürg

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Im Steinbruch wird auch an Zwangsarbeit erinnert