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700 Forellen bei Neustadt tot: Behörden suchen nach Ursache | BR24

© BR/Richard Krill

In Neustadt bei Coburg sind in Teichen bis zu 700 Forellen verendet.

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    700 Forellen bei Neustadt tot: Behörden suchen nach Ursache

    In Neustadt bei Coburg sind bis zu 700 Forellen ums Leben gekommen. Während die Polizei Biber in Thüringen dafür verantwortlich macht, suchen Naturschutzbehörden weiter nach der Ursache.

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    Weil ein Wasserzulauf ausblieb, sind in Wildenheid, einem Stadtteil von Neustadt bei Coburg, in mehreren Fischteichen bis zu 700 Forellen verendet. Die Polizei in Neustadt hatte die Schuld dafür Biberbauten im Bachlauf auf thüringischer Seite gegeben. Naturschützer können das nicht bestätigen. Erst vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass Dämme des Bibers auch Schuld daran sind, dass in Regnitzlosau (Lkr. Hof) seltene Flussperlmuscheln gestorben sind.

    Naturschutzbehörde will Schaden begutachten

    Aus dem Landratsamt Coburg heißt es auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks, die Naturschutzbehörde werde den Schaden begutachten und klären, ob dieser von Bibern stamme und die Schadenshöhe ermitteln. Die Behörde leite dann die Ausgleichsfälle am Beginn des Folgejahres an das Bayerische Umweltministerium weiter. Danach könnte eine Auszahlung an den Geschädigten aus dem Biberschadensfond im Frühjahr erfolgen.

    Rohre könnten den Wasserzufluss sichern

    Matthias Gähde, gelernter Fischwirt, betreibt die Teiche als Hobby. Den finanziellen Schaden schätzt er auf zwischen 900 und 1.000 Euro. Die Fische waren verendet, weil Forellen fließendes Wasser und Sauerstoff benötigen. Durch den Stillstand des Baches war dies nicht mehr möglich. Uwe Fischer, der ehrenamtliche Biberberater des Landkreises Coburg sagte dem Bayerischen Rundfunk, er wolle ein Gespräch zwischen den betroffenen Fischteichbesitzern, den Behörden in den Landratsämtern Coburg und Sonneberg in Thüringen auf den Weg bringen, um Lösungen zu finden. Eventuell könnten Rohre den Teichbesitzern den ständigen Wasserzufluss sichern, so Fischer.

    Wasserknappheit nicht durch Biber verursacht

    Auch führe die Wasserknappheit der vergangenen beiden Jahre dazu, dass die Bäche weniger Wasser führen. Biber bauten deshalb höhere Dämme, um Wasser zu stauen und die Jungtiere aufzuziehen. Steffen Hofmann, ehrenamtlicher Biberberater des Landkreises Sonneberg bezweifelt, dass die Wasserknappheit auf Biberbauten zurückzuführen ist. Er sagte dem BR, schweres landwirtschaftliches Gerät habe zu Schäden am Wasserlauf geführt.

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