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70. Sudetendeutscher Tag in Regensburg: Annäherung geht weiter | BR24

© pa/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Mitglieder von verschiedenen Sudetendeutschen Landsmannschaften beim 69. Sudetendeutschen Tag in Augsburg.

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    70. Sudetendeutscher Tag in Regensburg: Annäherung geht weiter

    Drei Tage dauert der 70. Sudetendeutsche Tag, der erstmalig in Regensburg stattfindet. Erwartet werden mehrere Tausend Besucher, darunter Ministerpräsident Söder, Innenminister Seehofer und zahlreiche Gäste aus der Tschechischen Republik.

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    Rund 70 Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt findet der 70. Sudetendeutsche Tag statt. So nah an der Grenze haben die Sudetendeutsche ihr Pfingsttreffen noch nie begangen. Die Annäherung, sie ist aber nicht nur eine geographische Angelegenheit. Seit Jahren nähern sich Sudetendeutsche und Tschechen an, etliche Besucher des Sudetendeutschen Tages kommen auch aus dem Nachbarland.

    "Wir haben uns bewusst für Regensburg in diesem Jahr entschieden. Regensburg ist nicht nur Patenstadt der Sudetendeutschen, Regensburg steht historisch für ein vereintes Mitteleuropa. Damit wollen wir ein Zeichen setzen." Bernd Posselt, Sprecher Sudetendeutsche Volksgruppe

    Donau-Moldau-Fest als Auftakt

    Der Sudetendeutsche Tag beginnt heute mitten in der Regensburger Altstadt mit dem Donau-Moldau-Fest. Die Innenstadt ist bewusst gewählt – die Sudetendeutschen wollen ihre Traditionen und Bräuche nicht nur untereinander pflegen und weitertragen, sondern auch Menschen erreichen, die wenig oder noch nichts von den Sudetendeutschen gehört haben.

    "Wir wollen noch mehr als bislang nach außen treten", sagt Bernd Posselt gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. "Und mit unserem Donau-Moldau-Fest machen wir deutlich, dass wir uns energisch der Gefahr entgegenstemmen, dass Europa dreißig Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wieder in Ost und West auseinanderdriftet."

    Ehrung für Charlotte Knobloch

    Höhepunkt am Freitag ist die Verleihung des Europäischen Karlspreises der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Damit werden seit mehr als 60 Jahren Persönlichkeiten geehrt, die sich verdient gemacht haben bezüglich der Völkerverständigung in Mitteleuropa, beispielsweise Kardinal Christoph Schönborn, Edmund Stoiber oder Max Mannheimer. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch.

    "Charlotte Knobloch ist eine erstklassige Karlspreisträgerin. Es ehrt uns, dass sie die Auszeichnung annimmt. Charlotte Knobloch hat herausragende Verdiente um eine gerechte Völkerordnung in Mitteleuropa. Und sie hat sich an die Spitze des Kampfes gegen Nationalismus gestellt. Wir Sudetendeutschen mussten erleben, was Nationalismus bedeutet, der Kampf gegen Nationalismus ist unsere DNA." Bernd Posselt, Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft

    Seehofer und Söder sprechen

    Neben zahlreichen Politikern und Würdenträgern aus Deutschland und der Tschechischen Republik, die auf dem Sudetendeutschen Tag erwartet werden, spricht auf der Festveranstaltung am Samstag Bundesinnenminister Horst Seehofer, der als Ministerpräsident den Verständigungsprozess zwischen Bayern und der Tschechischen Republik vorangetrieben hat.

    Traditionell bei der Hauptkundgebung am Sonntag tritt dann der amtierende bayerische Ministerpräsident auf.

    "Ich erwarte mir von Markus Söder vor allem europapolitische Aussagen und eine klare Vision zur Weiterentwicklung der bayerisch-tschechischen Beziehungen." Bernd Posselt, Sprecher Sudetendeutsche Volksgruppe

    Vision der Sudetendeutschen

    Die Politik, sie spielt eine wichtige Rolle auf dem Sudetendeutschen Tag, insbesondere in Bezug auf das Verhältnis zwischen Bayern und dem tschechischen Nachbarn. Ebenso wichtig sind allerdings auch die zahlreichen Foren und kulturellen Veranstaltungen, die einen direkten Austausch der Menschen ermöglichen.

    Der erste Sudetendeutsche Tag in Regensburg, er könnte ein Zwischenschritt sein. Viele Sudetendeutsche, allen voran Bernd Posselt, haben seit mehreren Jahren die Vision, dass das traditionelle Pfingsttreffen einmal in der Tschechischen Republik stattfindet. Das wäre dann wohl der entscheidende Meilenstein auf dem Weg der Versöhnung.