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Das Maximilianeum in München
© BR / Lisa Hinder

Autoren

Ute Rauscher
BR24 Redaktion
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Das Maximilianeum in München

Den Prachtbau am Isarhofufer hat König Max der Zweite im 19. Jahrhundert für seine Studienstiftung errichten lassen. Er hält beiden Weltkriegen stand und so quartiert sich 1949 der heimatlos gewordene Bayerische Landtag bei der Studienstiftung ein. Als Mieter. Eine Enteignung wäre verfassungswidrig, urteilt der Verwaltungsgerichtshof.

Doch schon bald ist der Bau zu klein, und bleibt es trotz diverser Neubauten. "Ich erinnere mich, wir saßen zu dritt im Büro – die anderen haben sich beklagt, wenn ich telefoniere", erinnert sich der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber an seine Zeit als Abgeordneter.

Es bleibt eng, wird aber bunter

1986, kurz nach dem Atomunglück von Tschernobyl wählen die Bayern dann erstmals die Grünen in den Landtag. Zum Schrecken der etablierten Parteien und des damaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, der eine klare Meinung vertrat: "Ich halte die Grünen nicht für eine demokratische Partei.“

Mit dabei war damals auch Margarete Bause, die glaubt, die Gründe für die ablehnende Haltung zu kennen: "Wir waren natürlich eine sehr quirlige, bunte Kraft, die nicht wirklich einschätzbar war. Das war ihm glaube ich im Herzen zuwider."

Neuer Grundstein und Glaskuppel

Das Maximilianeum hält auch diesem Sturm stand, bekommt 1998 einen neuen Grundstein und fast einen gläsernen Plenarsaal aufs Dach. Daraus wird zwar nichts, doch über dem neuen Plenarsaal wölbt sich 2005 immerhin eine Glaskuppel.

So fällt Tageslicht auf die Abgeordneten, mit vielleicht positiver Wirkung für die Debatten, wie Landtagspräsident Alois Glück bei der Einweihung hofft. Schließlich hingen "politische Rituale in Verbindung mit den Mechanismen der Medien" den Menschen "immer mehr zum Hals raus", so Glück.

Zäsuren 2008 und 2018

Als 2008 statt drei fünf Parteien unterzubringen sind, wird es noch enger. Alterspräsidentin Barbara Rütting von den Grünen meinte damals: "Wir sollen es als Chance begreifen, wenn wir im altehrwürdigen Maximilianeum enger zusammenrücken müssen."

Beständig ist nur der Wandel und so sorgt die Landtagswahl 2018 wieder für Zäsuren im Maximilianeum. Erstmals schafft es die AfD in den Landtag. Und die Grünen werden gut 30 Jahre nach ihrem Einzug zweitstärkste Kraft im Parlament und pünktlich zum 70. Jahrestag des Landtags im Maximilianeum sitzt mit der Grünen-Politikerin Tessa Ganserer zum ersten Mal überhaupt ein Transmensch im hohen Haus.

Mit 205 Abgeordneten ist der 18. Landtag so groß wie noch nie. Weitere Büros für die Fraktionen sind in der Nachbarschaft angemietet und unter der Kuppel des Plenarsaals muss eine zusätzliche Stuhlreihe eingerichtet werden - für den Fall, dass wirklich alle Abgeordneten am Plenum teilnehmen.