BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk

In einem Verteilzentrum von Amazon in Bayreuth haben sich 61 Beschäftigte und damit rund ein Viertel aller Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt. Wie es dazu kommen konnte, ist noch unklar.

83
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

61 Mitarbeiter in Bayreuther Amazon-Verteilzentrum infiziert

In einem Verteilzentrum von Amazon in Bayreuth haben sich 61 Beschäftigte und damit rund ein Viertel aller Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt. Wie es dazu kommen konnte, ist noch unklar. Amazon verweist auf 150 Maßnahmen zum Infektionsschutz.

83
Per Mail sharen
Von
  • Thorsten Gütling

In dem Verteilzentrum des Online-Händlers Amazon in Bayreuth sind 61 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bestätigen das Unternehmen sowie das Landratsamt Bayreuth auf Nachfrage des BR. Wie es zu der hohen Zahl Infizierter kommen konnte, ist noch unklar.

Saisonarbeiter bei Amazon vor Weihnachten im Einsatz

In dem Verteilzentrum, das erst im Oktober dieses Jahres seinen Betrieb aufgenommen hat, sind nach eigenen Angaben in der Vorweihnachtszeit rund 250 Mitarbeiter beschäftigt. Im Rest des Jahres sind es rund 100 Mitarbeiter. Der Betrieb des Verteilzentrums werde trotz der hohen Anzahl Infizierter aufrechterhalten, so eine Amazon-Sprecherin zum BR.

Nicht alle Infizierten sind auch bei Amazon angestellt

Nicht alle der nun mit dem Coronavirus infizierten Personen seien aber beim Versandhändler angestellt, heißt es aus dem Landratsamt. Auch Amazon selbst bestätigt, dass es sich bei den Infizierten sowohl um eigene Mitarbeiter als auch um Angestellte von Partnerbetrieben handle. Derzeit laufe die Ermittlung der Kontaktpersonen. Wie viele Personen in Quarantäne geschickt werden müssen, sei noch unklar. Bereits am Dienstag habe eine Begehung des Verteilzentrums durch das Gesundheitsamt stattgefunden. Zwar habe man "kleinere Verbesserungen" des Hygienekonzeptes angeregt, größere Mängel aber nicht feststellen können.

"Die lokalen Gesundheitsbehörden in Deutschland bestätigen uns, dass wir für unser Team wirksame Schutzmaßnahmen eingerichtet haben", erklärte eine Sprecherin von Amazon.

Aus dem Unternehmen heißt es, die Gesundheitsbehörden bestätigten Amazon regelmäßig wirksame Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Unter anderem müsse seit Beginn der Pandemie an allen Standorten ein Abstand von zwei Metern zwischen den Mitarbeitern eingehalten werden. In der Halle seien Personen eingesetzt, die die Beschäftigten auf die Einhaltung des Mindestabstands hinwiesen. Auch Temperaturmessungen unter den Beschäftigten würden in dem Bayreuther Verteilzentrum durchgeführt.

Mindestabstand und tägliche Corona-Tests bei Amazon

Seit dem 12. Dezember würden zudem am Standort Bayreuth täglich kostenlose Corona-Tests angeboten. Insgesamt habe man in Absprache mit den Gesundheitsämtern 150 Maßnahmen ergriffen, um den Infektionsschutz in den Betrieben zu gewährleisten. Unter anderem die Gewerkschaft Verdi hatte Amazon immer wieder mangelhafte Vorkehrungen beim Infektionsschutz vorgeworfen.

"Allein in Deutschland haben wir mehr als 470 Millionen Einheiten Desinfektionsmittel für die Hände, 21 Millionen Paar Handschuhe, 19 Millionen Masken, Gesichtsschilder oder anderen Mund-Nase-Schutz und 39 Millionen Packungen desinfizierende Wischtücher bestellt", erklärte die Sprecherin von Amazon weiter.

Dazu, wie es trotz der Schutzmaßnahmen zu der hohen Anzahl Infizierter kommen konnte, wollen sich Landratsamt und Unternehmen derzeit nicht äußern.

Verteilzentren stehen bei Amazon am Ende der Logistikkette. Warenlager gibt es dort nicht. Vielmehr werden Pakete aus den größeren Logistik- und Sortierzentren angeliefert, nach Routen sortiert und sofort weiter auf lokale Lieferunternehmen verteilt. Das geschieht vor allem nachts.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!