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600 Lehrer demonstrieren in Augsburg gegen Piazolo-Pläne | BR24

© BR / Tom Pösl

Lehrer-Proteste in Ausgburg

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    600 Lehrer demonstrieren in Augsburg gegen Piazolo-Pläne

    Mehr Unterrichtsstunden und keine Sabbatjahre mehr: Die Pläne von Kultusminister Michael Piazolo bringen viele Lehrer in Rage. Am Freitag sind rund 600 Pädagogen in Augsburg auf die Straße gegangen, um ihrem Ärger Luft zu machen.

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    "Zeit für Bildung", "Stopp - uns reicht's" oder "Mittelschule - Lehrer zweiter Klasse": So war es am Freitagnachmittag auf Transparenten in der Augsburger Innenstadt zu lesen. An den Protesten an zwei Orten im Zentrum nahmen insgesamt rund 600 Lehrerinnen und Lehrer teil. Diese Zahl hat die Polizei dem BR mitgeteilt.

    Stimmung bei Protesten teilweise hitzig

    Wie unser Reporter berichtet, war die Stimmung zum Teil aufgeheizt: Vereinzelt gab es Buhrufe für Vertreter der Koalitionsfraktionen, die sich den Protesten gestellt hatten. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) hatte zu einer Podiumsdiskussion im Annahof eingeladen. Die Gewerkschaft GEW hatte zu einer Demonstration am Moritzplatz aufgerufen.

    Pädagogen beklagen Arbeitsverdichtung

    Die Proteste wenden sich gegen Pläne von Kultusminister Piazolo (Freie Wähler). Aus Sicht des BLLV drückt sich darin eine fehlende Wertschätzung aus. Der berufliche Alltag von Mittelschullehrern sei immer fordernder. Die Lehrer müssten Inklusionskinder und Kinder ohne Deutschkenntnisse in den Unterricht einbinden. Außerdem sei eine Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von außerschulischen Behörden wie Jugendämtern, Kriseninterventionsteams oder der Polizei nötig.

    Piazolo will mit Plänen Lehrermangel entgegenwirken

    Der Minister will mit seinem Vorhaben den zum neuen Schuljahr erwarteten Lehrermangel an Grund-, Mittel- und Förderschulen abpuffern. Dazu sollen viele Grundschullehrer im Rahmen eines Arbeitszeitkontos für einige Jahre eine Stunde pro Woche mehr unterrichten. Teilzeitler müssen aufstocken, vorzeitigen Ruhestand soll es frühestens mit 65 Jahren geben, und Sabbatjahre werden ganz gestrichen.

    Proteste auch in anderen bayerischen Regionen

    Im Gegenzug ist beispielsweise geplant, die Zahl der Proben in der vierten Klasse zu verringern. Auch soll mehr Geld für Drittkräfte zur Verfügung gestellt werden, die dann Sprach- und Alphabetisierungskurse anbieten könnten. Bisher ließen sich die Pädagogen dadurch aber nicht besänftigen: Auch in anderen bayerischen Regionen gingen Lehrer zuletzt auf die Straße.

    (mit dpa)