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500 Lehrer demonstrieren in Würzburg gegen Mehrarbeit | BR24

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Sie wollen eine Stundenerhöhung und die Verweigerung von Sabbatjahren nicht mittragen. Rund 500 Lehrkräfte von Grund-, Mittel-, und Förderschulen sind deshalb in Würzburg auf die Straße gegangen. Dazu aufgerufen hatte die Gewerkschaft GEW.

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500 Lehrer demonstrieren in Würzburg gegen Mehrarbeit

Sie wollen eine Stundenerhöhung und die Verweigerung von Sabbatjahren nicht mittragen. Rund 500 Lehrkräfte von Grund-, Mittel-, und Förderschulen sind deshalb in Würzburg auf die Straße gegangen. Dazu aufgerufen hatte die Gewerkschaft GEW.

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"Es reicht! Rote Karte für das Kultusministerium!" Mit diesem und ähnlichen Slogans protestierten Lehrkräfte aus unterfränkischen Grund-, Mittel- und Förderschulen auf dem Würzburger Marktplatz gegen die Pläne des Bayerischen Kultusministeriums, gegen das sogenannte Piazolo-Paket.

Renteneintritt erst mit 65

Weil allein im Freistaat an diesen drei Schulformen im kommenden Schuljahr mindestens 1.400 Lehrkräfte fehlen, plant Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler), eine Aufstockung der Wochenarbeitszeit für Grundschullehrer um eine Stunde. Teilzeitkräfte sollen mindestens 24 Wochenstunden arbeiten müssen.

Zudem soll der Renteneintritt erst mit Vollendung des 65. Lebensjahres gestattet werden, Sabbatjahre werden grundsätzlich abgeschafft. Dagegen machen die Gewerkschaft "Erziehung und Wissenschaft" (GEW), sowie der Unterfränkische Lehrerinnen- und Lehrerverband e.V. (BLLV) mobil. "Die Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen arbeiten schon seit Jahren über dem Limit. Mehr geht nicht", sagt der BLLV-Bezirksvorsitzende Gerhard Bleß.

Er findet es auch eine "himmelschreiende Ungerechtigkeit", dass alle anderen bayerischen Beamten bis zu 22 Monate vor den Lehrerinnen und Lehrern in Pension gehen könnten. Der BLLV werde nicht zulassen, dass die aktuellen Lehrkräfte die "Versäumnisse der Kultusbürokratie der letzten zehn Jahre" ausbaden müssten.

Viele Demonstranten trotzen Regen

Wie tief der Frust sitzt, zeigte sich auch an der Teilnehmerzahl. 500 unterfränkische Lehrerinnen und Lehrer trotzten dem strömenden Regen. Ähnlich wie der BLLV, lehnt auch die Gewerkschaft GEW das "Piazolo-Paket" vehement ab. Lehrerinnen und Lehrer bräuchten dringend Arbeitsentlastung statt weiterer Arbeitsverdichtung.

"Die Lehrkräfte sind nicht mehr in der Lage, weitere Belastungen zu tragen." Gewerkschaft GEW

Deshalb zeigten die Betroffenen dem Kultusminister buchstäblich die Rote Karte. Die GEW hatte nämlich während der Kundgebung Roter Karten verteilt, auf die die Lehrkräfte schreiben konnten, was ihnen am Maßnahmenpaket des Ministers nicht gefällt. Die Karten wurden am Ende in einem "Briefkasten KuMi" eingesammelt und werden nun Minister Piazolo zugeschickt.