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500 Jahre sozialer Wohnungsbau in Augsburg – Vorbild für heute | BR24

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Schon seit dem Bau der Fuggerei weiß Augsburg, wie sozialer Wohnbau funktioniert. Eigentlich. Die knapp 500 Jahre alte Siedlung ist noch heute Vorbild für aktuelle Sozialbau-Projekte.

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500 Jahre sozialer Wohnungsbau in Augsburg – Vorbild für heute

Seit der Fuggerei weiß Augsburg, wie sozialer Wohnbau funktioniert. Eigentlich. Die knapp 500 Jahre alte Siedlung ist noch heute Vorbild für aktuelle Sozialbau-Projekte.

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Augsburg muss das Rad nicht neu erfinden, wenn es um sozialen Wohnungsbau geht. Denn die Stadt hat ein berühmtes Vorbild: Die Fuggerei, älteste Sozialsiedlung der Welt, feiert im nächsten Jahr ihr 500-jähriges Bestehen. Die Art des Zusammenlebens der Menschen dort ist durch die aktuelle Wohnungsnot wieder ganz neu in den Fokus gerückt – und die Fuggersche Stiftung ein Ansprechpartner für die Frage, was "sozial wohnen" wirklich bedeutet.

Augsburg als Pionier für Wohnbaugesellschaften

Kunst-Historikerin Hilde Strobl forscht zur Fuggerei und konzipierte beispielsweise im Auftrag des Bauministeriums eine Ausstellung zur Geschichte des bayerischen Wohnungsbaus. Augsburg war dabei laut der Historikerin in vielerlei Hinsicht Pionier: Denn hier gründeten sich die ersten Wohnbaugesellschaften. Einen Aufschwung erlebten diese zur Zeit der Weimarer Republik.

Verschiedene Modelle für "soziales" Wohnen

Die älteste Sozialsiedlung der Welt wurde anhand verschiedener Wohn-Modelle geplant: Vom Siedlerhaus auf einem Selbstversorger-Grundstück in der Augsburger Firnhaberau bis zum Zeppelinhof, einer Arbeitersiedlung mit Burg-Charakter im Stadtteil Hochfeld, der für die Mitarbeiter der Flugzeugwerke gebaut wurde. Diese Wohnungen sind noch heute begehrt, weil sie hell und luftig sind, mit einer Gemeinschaftsfläche im Hof und doch abgegrenzt nach außen.

Star-Architekt entwirft Sozialsiedlung

Die Augsburger Geschichte zeigt: Sozialer Wohnungsbau braucht gute Konzepte und fähige Planer. Nach den Entwürfen des Augsburger Star-Architekten Titus Bernhard, der sonst Luxusvillen plant, baut die städtische Wohnbaugruppe (WBG) jetzt eine ganz neue Sozialsiedlung: 141 Wohnungen sollen in der Reesepark-Siedlung entstehen, unterschiedlich groß und mit einer Miete, die nach Einkommen gestaffelt ist.

Großer Schritt, aber keine Entspannung

Für die Wohnbaugruppe sei das ein großer Schritt, so WBG-Leiter Dominik Hoppe. Allerdings könne ein städtisches Sozialbauprojekt allein den Wohnungsmarkt nicht entspannen. 65 Millionen Euro wird die Reesepark-Siedlung kosten - schon im nächsten Jahr sollen die ersten Mieter dort einziehen.

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