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50 Millionen Euro auf beschlagnahmter Bitcoin-Wallet in Kempten | BR24

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Die Staatsanwaltschaft Kempten hat Bitcoins von hohem Wert beschlagnahmt, kann ihr Sicherung aber nicht entschlüsseln.

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50 Millionen Euro auf beschlagnahmter Bitcoin-Wallet in Kempten

In der digitalen Geldbörse eines Computerbetrügers schlummern Bitcoin im Wert von über 50 Millionen Euro. Diese "Wallet" hat die Kemptener Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Zugriff auf das Digital-Geld hat man aber nicht, denn das Passwort fehlt.

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Von
  • Florian Regensburger

Die Kemptener Staatsanwaltschaft hat eine digitale Geldbörse eines Computerbetrügers beschlagnahmt. Zugriff auf das Digital-Geld hat man aber nicht. Der Zugang zu der Bitcoin-Wallet ist mit einem Passwort geschützt, das die Ermittler nicht kennen. Daher komme man aktuell nicht an die große Menge Kryptogeld heran, sagte der Kemptener Oberstaatsanwalt Sebastian Murer dem BR.

500.000 Euro wurden bereits erlöst

Schon im Jahr 2018 konnte die Staatsanwaltschaft demnach einen Teil der 1.800 Bitcoins im Besitz des Computerbetrügers verkaufen: 86 Einheiten der Digitalwährung seien nicht passwortgeschützt gewesen. Mit diesen habe man rund 500.000 Euro erlöst, das Geld sei in die Staatskasse geflossen.

Bitcoin-Kurs rasant gestiegen

Mittlerweile ist der Kurs des Bitcoin rasant weiter gestiegen: Lag er Anfang 2018 noch bei an die 10.000 Euro, sind es aktuell schon mehr als 30.000 Euro pro Bitcoin. Die restlichen mehr als 1.700 Bitcoin in der Wallet sind damit über 50 Millionen Euro wert. Der Computerbetrüger, der seine Haftstrafe mittlerweile abgesessen hat, schweigt laut Staatsanwaltschaft aber zu den Zugangsdaten.

Betrüger kann auf das Geld auch nicht mehr zugreifen

Selbst könne der Mann auf das Krypto-Geld aber auch nicht mehr zugreifen, so Staatsanwalt Murer. IT-Experten der Strafverfolgungsbehörden hätten die Wallet entsprechend vor einem Zugriff von außen abgesichert. Es werde regelmäßig geprüft, ob man die Verschlüsselung möglicherweise knacken könne. Dies sei aber auch für Experten sehr schwierig.

Geld käme der Staatskasse zugute

Sollte es doch noch irgendwann gelingen, an die übrigen Bitcoin zu gelangen, würden auch diese verkauft und der Erlös flösse in die Staatskasse. Es gebe nämlich keine Geschädigten, die im eigentlichen Sinne einen Vermögensschaden erlitten hätten. Der Täter hatte lediglich die Computer der geschädigten Personen per Schadsoftware zum Bitcoin-Mining, also dem Ausrechnen neuer Bitcoin-Einheiten, missbraucht, die ihm dann selbst zugeflossen sind.

In einem solchen Fall würden die eventuell noch mit den Bitcoin erlösten Geldbeträge zugunsten der Staatskasse verwertet.

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