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50 Jahre Pfarrgemeinderäte: Katholiken wollen mehr Mitsprache | BR24

© BR / Barbara Weiß

50 Jahre Mitgestaltung von Laien in der Katholischen Kirche: Die Pfarrgemeinderäte wünschen sich mehr Mitspracherecht und mehr Verantwortung. Themen wie das Priestertum von Frauen sollen nicht von Rom entschieden werden, sondern von der Basis.

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50 Jahre Pfarrgemeinderäte: Katholiken wollen mehr Mitsprache

Seit 50 Jahren gestalten in der katholischen Kirche Laien die Gemeindearbeit mit. 1.200 Pfarrgemeinderäte aus dem Erzbistum München und Freising haben dies am Samstag gefeiert - aber auch die Gelegenheit genutzt, um aktuelle Probleme anzusprechen.

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"Wir geben Gottes Schwung weiter": So lautete das Motto des großen Pfarrgemeinderäte-Treffens am Samstag in München. Etwa 1.200 Räte aus dem ganzen Erzbistum München und Freising waren gekommen, um zu feiern.

Katholische Laienräte demokratisch gewählt

Seit 50 Jahren gestalten Laien in Gremien Gemeindearbeit mit. Die Gründe sind vielfältig. Etwa, weil es den Gläubigen ein Anliegen ist, selber etwas zu verändern und Schwung in die Kirche zu bringen.

Durch demokratische Wahl legitimiert organisieren die Räte Projekte, Gottesdienste und Pfarrfeste gemeinsam mit dem Pfarrer. Die Laienräte haben die Gemeindearbeit seit den 1970er-Jahren grundlegend verändert, sagt Hans Tremmel, Vorsitzender des Diözesanrats des Erzbistums München und Freising. "Hier in der Diözese sind wir gemeinsam Kirche, gemeinsam Volk Gottes und da haben die Räte einen großen Anteil daran", sagt Tremmel.

Zunehmender Nachwuchsmangel macht Probleme

Für die Wahl zum Pfarrgemeinderat allerdings fehle es zunehmend an Kandidaten aus den Pfarreien. "Die Verpflichtung, sich vier Jahre in ein Gremium zu setzen, ist gerade für junge Menschen nicht mehr so attraktiv wie das zu unserer Zeit war. "

Auch die sinkende Wahlbeteiligung, gerade in Großstädten, macht dem Pfarrgemeindeparlament zu schaffen. Schwierig ist auch die Frage mit den Kompetenzen. Im Pfarrgemeinderat wird viel diskutiert, aber der Pfarrer hat das letzte Wort. Und in Finanzfragen entscheidet nicht der Pfarrgemeinderat, sondern die Kirchenverwaltung, ein anderes Laiengremium.

Katholische Basis will Entscheidungen nicht Rom überlassen

Mehr Mitentscheiden und mehr Verantwortung wünschen sich die Räte. Und appellieren an sich selbst, selbstbewusster und authentischer aufzutreten. Auch bei großen Themen, wie etwa dem Priestertum von Frauen, möchte die katholische Basis die Entscheidung nicht Rom überlassen, sondern auch mitentscheiden dürfen.

Beim Rätefest in München beschäftigten sich die Laienvertreter in Workshops mit Themen rund um die Gemeindearbeit. Zum Abschluss des Tages feierte Kardinal Reinhard Marx im Münchener Liebfrauendom einen Gottesdienst mit den Pfarrgemeinderäten.