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50 Jahre Naturpark Altmühltal: Das hat sich verändert | BR24

© Tourismusverband Franken

Sonnenuntergang auf dem Burgsteinfelsen im Altmühltal

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    50 Jahre Naturpark Altmühltal: Das hat sich verändert

    Er zieht sich durch fünf Regierungsbezirke und sieben Landkreise: Der Naturpark Altmühltal ist einer der größten und ältesten in Bayern. Im Juli feiert er sein 50. Jubiläum. Was hat sich in einem halben Jahrhundert getan?

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    Auf knapp 3.000 Quadratkilometern erstreckt sich der Naturpark Altmühltal ober- und unterhalb der Altmühl, streift fünf Regierungsbezirke und acht Landkreise: Weißenburg-Gunzenhausen, Donau-Ries, Eichstätt, Neumarkt, Regensburg, Roth, Kelheim, Neuburg-Schrobenhausen und sogar Teile der Stadt Ingolstadt. Im Juli wird er 50 Jahre alt.

    Wie alles begann

    Noch in den 1960er Jahren war das Juragebiet eigentlich für zahlreiche Industriesparten wie Textil oder Elektrotechnik bekannt.

    So konnten Zentren im Umfeld wie Nürnberg, Ingolstadt oder Regensburg, beliefert werden. Allerdings stand ein Strukturwandel an - immer häufiger wurde im Ausland produziert und auch in der Landwirtschaft gab es einige Veränderungen.

    Etwas Neues musste also her. Weil die Natur bereits da war, entschied die Politik, damit Touristen anzulocken. Naturerlebnis sollte mit Naturschutz verbunden werden. So wurde es am 25. Juli 1969 offiziell: Bayern bekam im Altmühltal einen weiteren Naturpark, den größten bis dahin.

    Wandel in der Infrastruktur des Altmühltals

    In einem Nationalpark darf der Mensch nicht in die Natur eingreifen. Anders ist es in einem Naturpark: hier darf die Landschaft genutzt und nachhaltig weiterentwickelt werden. Und das wurde in den letzten 50 Jahren auch gemacht. So hat sich zum Beispiel die Infrastruktur verändert: Mit Mitteln aus der Naturparkförderung konnten zum Beispiel Wanderwege, Fossiliensteinbrüche oder der Altmühlradweg gebaut werden.

    Projekte mit Gegenwind

    Weil der Naturpark aber kein reines Schutzgebiet ist, gab es auch einige Projekte, von denen die Naturschützer wenig begeistert waren. Aufgrund einer bundespolitischen Entscheidung wurde Anfang der 1990er Jahre der Main-Donau-Kanal errichtet. Viele Proteste von Umweltschützern sorgten allerdings dafür, dass mit hohem finanziellen Aufwand den Kanal so gut es ging in das Landschaftsbild eingepasst wurde.

    Auch Windkraft wurde in der recht windstarken Region zum Thema – in ausgewiesenen Zonen wurden daher Windräder gebaut.

    Über zwei Millionen Übernachtungen

    Mit den Jahren profitierten Städte und Gemeinden im Altmühltal immer mehr vom Tourismus, vor allem Gastronomie und Hotels. Während es 1969 noch 300.000 Übernachtungen pro Jahr waren, sind es heute zwei Millionen mit Privatübernachtungen und etwa sechs Millionen Tagesbesucher.

    Neu: die Naturparkranger

    Steigende Besucherzahlen erfordern auch eine genauere Überwachung des Naturparks. Seit wenigen Monaten gibt es daher Naturparkranger. Aktuell sind es im Naturpark Altmühltal drei, einen vierten gibt es als Geburtstagsgeschenk vom Ministerium für Umwelt. Die Ranger teilen sich das komplette Gebiet des Parks auf. Dabei haben sie vier große Aufgabenbereiche: Natur- und Landschaftspflege, Besucherlenkung und -information, Bildungs- und Informationsarbeit, sowie die Mithilfe bei Forschung und Monitoring.

    Bildung im Naturpark

    Neben den Naturparktrangern gibt es seit Jahren Führungen von speziellen Naturparkführern. Schwerpunkte ihrer Touren durch das Altmühltal sind zum Beispiel die typischen Wachholderheiden oder die Schafe, die im Naturpark durch ihr Verhalten die Rolle von Landschaftspflegern übernehmen. Schulen und Kindergärten im Gebiet des Naturparks können außerdem speziell zertifiziert werden und integrieren als Naturparkschule bzw. –kindergarten. Bildungsinhalte rund um die Natur und Umwelt des Parks in ihrem Lehrplan.

    Naturpark international

    Seit 1990 pflegt der Naturpark Altmühltal eine Partnerschaft nach Spanien. Mit dem Naturpark Sierra de María - Los Veléz gibt es regelmäßige Treffen, bei denen Erfahrungen im jeweiligen Land geteilt werden. Begleitet wird die Partnerschaft von Schüleraustauschprogrammen.