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50 Jahre Nationalpark: Fotogeschichte in schwarz-weiß | BR24

© Sarah Beham

Der Nationalpark Bayerischer Wald feiert 50-jähriges Jubiläum. Er lockt jährlich über eine Million Besucher an. Doch nicht nur Touristen erkunden den Bayerischen Wald – auch Fotografen wie Ernst Herrmann und Friedrich Saller.

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50 Jahre Nationalpark: Fotogeschichte in schwarz-weiß

Der Nationalpark Bayerischer Wald feiert 50-jähriges Jubiläum. Er lockt jährlich über eine Million Besucher an. Doch nicht nur Touristen erkunden den Bayerischen Wald – auch Fotografen wie Ernst Herrmann und Friedrich Saller.

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Ernst Herrmann aus Grafling und Friedrich Saller aus Regen sind richtige "Waidler" - und Fotografen. Sie haben den Nationalpark Bayerischer Wald die letzten Jahrzehnte mit ihrer Kamera begleitet. Ihre schwarz-weiß-Bilder stellen sie anlässlich des 50-jährigen Jubiläums im "Haus zur Wildnis" im Nationalparkzentrum Falkenstein bei Ludwigthal aus, unter dem Motto "WoidLand". Am Freitag, 17. Januar, findet die offizielle Eröffnung statt. Bis Ende Februar können die über 90 Werke der Fotografen noch betrachtet werden.

Vom Borkenkäfer befallene Bäume als Fotomotiv

Die Werke in schwarz-weiß zeigen beispielsweise einen kahlen Ahornbau, der auf dem Hochschachten zu finden ist. Zu den Schachten – den sogenannten Inseln im Waldmeer, die früher einmal Viehweiden waren – zieht es den Fotografen Herrmann immer wieder. Auch vom Borkenkäfer befallene Baumrinden hat er fotografiert – auch sie gehören zum Nationalpark:

"Es ist interessant und spannend zu sehen, diese Struktur zwischen Borke und Holz, was die Käfer alles anrichten. Ich habe es fotografiert, weil es sehr wichtig ist für die Ausstellung, weil man das Baumsterben genau sehen kann." Ernst Herrmann
© BR/Sarah Beham

Ernst Herrmann und Friedrich Saller auf der Suche nach dem perfekten Motiv im Wald

Langzeitprojekt Falkenstein Schutzhaus

Sein Kollege Friedrich Saller lässt sich nicht nur gerne von Wald-Landschaften inspirieren, sondern auch von Gebäuden im Nationalpark. Wie das neue Falkenstein Schutzhaus auf rund 1.400 Metern Höhe. Hier kehren Wanderer ein und übernachten. Das Schutzhaus wurde vergangenes Jahr saniert und galt als höchste Baustelle Niederbayerns. Friedrich Saller hat den Bau fotografisch begleitet – und die baulichen Veränderungen in nur einem Bild festgehalten.

© Friedrich Saller

Das Falkenstein Schutzhaus mit 134 Tage Belichtungszeit

Von Pinhole und Giclée Techniken

Beide Fotografen experimentieren mit verschiedenen Techniken wie Edeldrucke (Kontaktkopierverfahren mit Negativen), Giclée (Ausdrucke auf Tintenstrahl-Druckern) oder MESH (Gittergewebe aus 100 Prozent recyclebarem Polyester). Das Bild des Falkenstein Schutzhauses wurde beispielsweise mit einer Lochkamera (Pinhole) fotografiert und direkt auf Fotopapier belichtet – dabei werden unterschiedliche Blechdosen als Pinhole-Kamera benutzt. Beim Bild vom Schutzhaus war es eine Belichtungszeit von 134 Tagen. Durch diese lange Belichtung ist die bauliche Entwicklung des Schutzhauses zu erkennen.

Im Wald fotografieren: Meditation und Verbundenheit

Bis ein Bild ausstellungstauglich ist, kann es bis zu drei Tage dauern. Das Fotografieren und Bearbeiten ist aufwändig. Doch für Herrmann und Saller gibt es nichts Schöneres, als draußen im "Woid" mit Kamera und Stativ unterwegs zu sein: "Man ist ein Teil des Waldes", so Herrmann. Für Saller ist es eine Art "Meditation": "Man lässt sich auf das ein, man verliert alles um sich rum. Man lebt diesen Moment."

© Ernst Herrmann

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