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50 Jahre nach dem Zugunglück von Aitrang | BR24

© Foto: Max Hampp, Video: Alex Brutscher
Bildrechte: Max Hampp

Am 9. Februar 1971 ereignete sich das Zugunglück von Aitrang. Ein TEE engleiste kurz hinter dem Bahnhof wegen überhöhter Geschwindigkeit. Kurz danach prallte ein Schienenbus in die Trümmer. 28 Menschen starben, 42 Personen wurden schwer verletzt.

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50 Jahre nach dem Zugunglück von Aitrang

Am Abend des 9. Februar 1971 entgleiste ein Zug auf der Strecke München-Zürich. Ein entgegenkommender Zug krachte in die Unfallstelle. 28 Menschen starben, 42 wurden verletzt. 50 Jahre später erinnern sich die Menschen aus Aitrang noch genau daran.

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Von
  • Alexander Brutscher
  • Roswitha Polaschek

Von ihrem Haus aus sind es nur wenige Meter zu den Gleisen. Maria Pfalzgraf war damals, vor 50 Jahren, eine der ersten am Ort des Zugunfalls in Aitrang. Die 83-Jährige geht regelmäßig zu der Stelle, an der es passiert ist: "Ich habe es Krachen gehört vom Zimmer aus und habe dann geschaut und zuerst gemeint, zwei Lastwägen sind zusammengefahren. Aber dann war es das Zugunglück. Ich bin schnell vorgelaufen, es sind ja bloß ein paar hundert Meter, und habe gesehen, dass Waggons da liegen. Dann sind schon zwei Schweizer ausgestiegen und die wollten gleich telefonieren."

Viele Menschen aus Aitrang haben den Opfern geholfen

Der Zug fuhr deutlich zu schnell in die Kurve am Ortsausgang. Er entgleiste, einige Waggons kippten um und fielen teilweise aufs Gegengleis. Ein Nahverkehrszug aus der anderen Richtung konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und krachte in die Unfallstelle.

Insgesamt starben 28 Menschen, 19 wurden schwer, 23 leicht verletzt. Viele Menschen aus Aitrang waren damals als Ersthelfer vor Ort. Bei der Bergung waren Feuerwehren aus der Umgebung im Einsatz.

Gedenken an die Toten und Verletzten des Zugunglücks

Um diese aufwendigen Bergungsarbeiten geht es den "Eisenbahnfreunden Kaufbeuren" in einem Modell. Darin ist die Unfallstelle originalgetreu abgebildet, im Maßstab 1:87. Es ist Teil einer Ausstellung, die im April im Feuerwehrmuseum Kaufbeuren eröffnet werden soll. Mit der Ausstellung soll den Opfern gedacht und die Leistung der vielen Helfer anerkannt werden.

Hartmut Klust von den Eisenbahnfreunden sieht es als seine Aufgabe an, der Jugend zu zeigen, wie es früher war, wie die Menschen mit primitiven Hilfsmitteln Hilfe geleistet und sich voll engagiert haben, um die Verletzten so schnell wie möglich in die Krankenhäuser zu bringen.

Maria Pfalzgraf kümmert sich schon seit Jahren um den Gedenkstein an der Unfallstelle. Warum die 83-Jährige das macht? "Weil sich's gehört", sagt sie. So einfach kann Gedenken manchmal sein.

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