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5.000 Menschen demonstrierten in Nürnberg gegen Rassismus | BR24

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Weltweit demonstrierten am Wochenende Menschen gegen Rassismus. Auch in Nürnberg kamen mehrere Tausend Teilnehmer zum Gedenken an George Floyd. Polizei und Veranstalter zeigen sich überrascht von der großer Teilnehmerzahl.

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5.000 Menschen demonstrierten in Nürnberg gegen Rassismus

In ganz Deutschland demonstrierten am Wochenende Menschen gegen Rassismus. Auch in Nürnberg kamen mehrere Tausend Teilnehmer zum Gedenken an George Floyd. Polizei und Veranstalter zeigen sich überrascht von der großer Teilnehmerzahl.

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Anlass für die weltweiten Demonstrationen am vergangenen Wochenende war die Tötung des Amerikaners George Floyd, der durch einen US-Polizisten in Minneapolis ums Leben gekommen war. Beim "Silent Protest" in Nürnberg zeigten sich am Samstag mehr als 5.000 Menschen solidarisch und demonstrierten mit Plakaten, Reden und einer Schweigeminute gegen Rassismus auf der ganzen Welt. Eigentlich war die Demonstration für 400 Menschen angemeldet worden, weit mehr als zehnmal so viele Teilnehmer sind dann gekommen.

Behörden überrascht über Teilnehmeranzahl

Da bereits die Ankunft der Demonstrierenden durchgehend friedlich verlief, hat das Ordnungsamt kurzerhand die erlaubte Teilnehmerzahl aufgestockt. Auch die Polizei zeigte sich überrascht über die hohe Zahl, hatte aber bereits im Vorfeld den Veranstaltungsort von der Lorenzkirche auf die weiträumige Wöhrder Wiese verlegt. Dort wurde dann von den Organisatoren der Anti-Rassismus-Demo immer wieder auf den Mindestabstand hingewiesen.

"Der Veranstalter war sehr kooperativ, hat jeweils immer aufgefordert, die Abstände einzuhalten, und auch eine entsprechende Anzahl von Ordnern eingesetzt. Die Abstände sind dann immer wieder eingehalten worden. Darüber hinaus hat ein Großteil Mundschutz getragen." Hermann Guth, Einsatzleiter der Polizei

Beim Umherwandern war das Einhalten des Mindestabstands allerdings nicht immer möglich, vor allem im Bereich der Bühne, auf der zahlreiche Redner über ihre Erfahrungen mit Rassismus berichteten.

Rassismus auch in Franken

Auch in Franken sei Rassismus für schwarze Menschen Teil des Alltags. Ein 24-Jähriger berichtete, dass er beschimpft wurde, er sehe aus wie ein Affe. Die Freundin einer 18-Jährigen Schwarzen wurde an der Supermarktkasse angesprochen, wie praktisch es sei, wenn man seinen eigenen "Neger" mit dabeihabe.

"Zwei Wochen vor dem Tod George Floyds wurde ich bei einem Spaziergang als Neger bezeichnet. Einen Tag davor haben wir uns noch über die Ausmaße in Deutschland unterhalten. Am Tötungstag selbst fassten wir den Entschluss zur Demonstration." Akim Gubara, Mitveranstalter der Demonstration in Nürnberg

Schweigeminute für George Floyd

Zum Gedenken an George Floyd gab es neben den immer wiederkehrenden Sprechchören "Black Lives Matter" auch eine Gedenkminute, bei der die Menschen auf der vom Regen durchweichten Wöhrder Wiese knieten und schwiegen.

© BR/Rika Dechant

5.000 Teilnehmer bei der Demo gegen Rassismus in Nürnberg

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