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48 Mitarbeitern im Haus der Kunst droht Entlassung | BR24

© BR / Michael Wagner

Mitarbeiter protestieren mit einer Kunstaktion gegen das geplante Outsourcing im Haus der Kunst.

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48 Mitarbeitern im Haus der Kunst droht Entlassung

Das Haus der Kunst kommt nicht zur Ruhe: 48 Mitarbeitern droht die Entlassung, weil ein Dienstleister ab November ihre Stellen besetzen soll. Ob und wie viele Mitarbeiter von der externen Firma übernommen werden, ist unklar.

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Vergangene Woche haben die betroffenen Mitarbeiter des Hauses, also Aufsichten, Pförtner und Kassenkräfte, mit einer Kunstaktion gegen das geplante Outsourcing protestiert.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Museen sind viele von ihnen selbst im kreativen Bereich tätig, die Tätigkeit im Haus der Kunst ist für sie ein zweites Standbein.

"Sie kennen sich in der Kunstbranche sehr gut aus und entsprechend treten sie auch auf. Natürlich ist ihre primäre Aufgabe, auf die Kunst aufzupassen. Aber sie sind ein Schatz, den sich sehr wenige Museen der Welt leisten können." Cassandre Schmid, Vorsitzende des Betriebsrates

Übergang zum Dienstleister aus Kostengründen

Bernhard Spies ist kaufmännischer Direktor des Hauses. Als er im April 2018 zum Haus der Kunst kam, war seine primäre Aufgabe, das Haus aus der finanziellen Misere zu führen.

Das scheint ihm auch soweit gelungen zu sein, die wirtschaftliche Lage hat sich im letzten Jahr verbessert. Nun gehe es darum, so Spies, das Museum langfristig gegen eine erneute finanzielle Schieflage abzusichern.

Dafür hat Spies eine Wirtschaftlichkeitsprüfung durchgeführt. In diesem Zuge wurden auch die Beschäftigungsverhältnisse der Mitarbeiter geprüft – und für "optimierungsbedürftig" befunden.

Seit 8. Juli sucht die Geschäftsleitung des Hauses nun mit einer öffentlichen Ausschreibung nach einem Dienstleister, der zukünftig das Personal für das Haus der Kunst stellen soll.

Von diesem Outsourcing verspricht sich Spies eine einheitliche Organisation der Belegschaft. Das derzeitige Beschäftigungsverhältnis sei ein "riesiger Organisationsaufwand". Der Übergang zu einem Dienstleister bedeute die wirtschaftlichste Lösung.

© BR / Michael Wagner

Protestaktion der Mitarbeiter am Haus der Kunst.

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Protestaktion der Mitarbeiter am Haus der Kunst.

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Protestaktion der Mitarbeiter am Haus der Kunst.

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Protestaktion der Mitarbeiter am Haus der Kunst.

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Protestaktion der Mitarbeiter am Haus der Kunst.

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Protestaktion der Mitarbeiter am Haus der Kunst.

Übernahme der Mitarbeiter nicht garantiert

Den Übergang will Spies dabei vertraglich zugunsten der alten Belegschaft lenken. Das Personal soll weitgehend übernommen werden, Gehaltseinbußen sollen vermieden werden. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht. Das sei, so Spies, Verhandlungssache mit dem Dienstleister, er sei jedoch guten Mutes.

Doch auch im besten Fall bedeutet das Outsourcing voraussichtlich einen Stellenabbau. Eine vollständige Übernahme aller 48 Mitarbeiter hält Spies für "sehr schwierig".

Sachverständiger soll Entscheidung prüfen

Dagegen protestieren nun die Mitarbeiter. Sie stellen die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsprüfung in Frage. Anfang der Woche sind Geschäftsführung und Betriebsrat zu einem Gespräch zusammengekommen. Auch ein Sachverständiger soll nun hinzugezogen werden, um die Wirtschaftsprüfung der Geschäftsleitung, auf der die Entscheidung des geplanten Outsourcings basiert, nochmals zu überprüfen.

Am 10. September kommen Geschäftsführung und Betriebsrat erneut zusammen. Bis dahin liegen dann auch die Ergebnisse des Sachverständigen vor.

© BR

Cassandre Schmid, Vorsitzende Betriebsrat Haus der Kunst, äußert sich zum geplanten Outsourcing der Mitarbeiter.

Von
  • Michael Wagner
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